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Orgien, Fehler und die Wachowskis: Max Riemelt im tele-Interview

Orgien, Fehler und die Wachowskis: Max Riemelt im tele-Interview
Veröffentlicht:
10.05.2017
Die 2. Staffel von „Sense8“ startet Anfang Mai auf Netflix. Der Deutsche unter den acht internationalen HeldInnen der Serie spricht im tele-Interview über die Dreharbeiten.

In „Sense8“ spielt Max Riemelt einen Panzerknacker, der mit seinem Vater hadert und enge Bindungen zu sieben Fremden hat. In der zweiten Staffel sind sie ihm nicht mehr ganz so fremd, vor allem eine nicht …

tele: Reden wir gleich einmal über Orgien – die Szene in der 1. Staffel war legendär. Wie dreht man das?
Max Riemelt: Man zieht sich aus, eine Flasche Wodka geht im Kreis herum … Nein, natürlich nicht (lacht). Es ist eine Choreographie, es geht weniger um den physischen Akt des Vögelns, es hat eher etwas von einem arrangierten Ölbild, die Farben sind wichtig, die Ästhetik, die Proportionen, damit spielt man. Also wenn man Lana Wachowski ist, diese Sorte Budget hat und so coole Leute, die einem dabei helfen (lacht). Es ist schon etwas Besonderes. Eine Herausforderung, aber wenn man Leute um sich hat, denen man vertraut, ist alles möglich. Das habe ich da gelernt.

Wie war die Zusammenarbeit mit den legendären Wachowski-Schwestern?
Ich hatte schon gehörigen Respekt. Die sind genial, sie haben immerhin „Matrix“ gemacht! Der Film hat damals meine Welt verändert. Sie sind sehr kreativ, offen, interessiert, neugierige Menschen, die einfach ständig Ideen sammeln. Dann drehen sie das Zeug und im Schnittraum fügen sie alles zusammen. Ich hatte keine Ahnung, wie das aussehen würde, dass man in der Realität von anderen vorkommt, ich konnte mir das nur so wie in „Star Trek“ vorstellen, so auf „Beam me up, Scotty!“ (lacht). Aber es funktioniert tatsächlich. Man springt über den ganzen Planeten und kann gleichzeitig in so viele Wirklichkeiten hineinschauen.

Ihre erste große internationale Produktion, läuft es da anders?
Meine Arbeit ist dieselbe. Aber wenn ich’s verhaue, ist es ein bisschen teurer, und den Druck spürt man schon (lacht). Aber im Endeffekt ist es dasselbe. Abgesehen von der Sprache: Englisch ist nicht meine Muttersprache und ich musste da erst meine Stimme finden, ein bisschen auf Englisch denken, damit es natürlich klang. Das Reisen war auch eine echte Herausforderung. Wir waren sieben Monate lang unterwegs, an 15 Drehorten, da wird’s dann schwierig, das Privatleben auch noch unterzubringen.

„Sense8“ hat ein Ensemble mit echter „Diversity“, Menschen mit verschiedenen Hautfarben, Sexualitäten, Herkunftsländern …
Ja, das war etwas Besonderes. Es hat auch am Set noch nicht jedeR mit einer Trans-Frau gearbeitet. Ich habe von der Serie einfach so viel gelernt. Auch die Botschaft, der wir uns verschrieben haben: Wir sind dieser Haufen Leute, die sich echt mögen, das ist so eine schöne Message. Das Identifikationspotential ist auch so hoch mit acht so dermaßen unterschiedlichen Menschen. Man lernt halt auch, dass man versuchen soll, den anderen zu verstehen, bevor man ihn schubladisiert oder verurteilt. Man weiß nicht, wie die Realität des anderen aussieht. Man muss zuhören und nachdenken und möglicherweise sein Urteil revidieren.

Wie war der Dreh mit Daryl Hannah? Waren Sie da ein Fan?
Oh Mann. Jeder kennt den Pfiff aus Tarantino. Es gibt so viele Filme mit ihr, die ich als Kind gesehen habe. Und dann arbeitest du mit ihr und sie steht einfach vor dir und ist so ein warmherziger Mensch. Da ist man schon ein wenig ehrfürchtig, sie hat so viel Erfahrung, im Job, aber auch Lebenserfahrung. Man sieht das in ihren Augen. Sie ist ein wahrhaftiger Mensch. Und auch ein bisschen ein Hippie und das gefällt mir eigentlich am besten, gerade heutzutage. Sie ist einfach cool.

Wo soll es in den nächsten Staffeln hingehen, wenn es nach Ihnen geht?
Auf einen anderen Planeten? In eine andere Dimension? Das wäre großartig.

In „Matrix“, hätten Sie die blaue Tablette genommen oder die rote?
Beide.

Welche Länder waren bis dato am beeindruckendsten?
In der 1. Staffel habe ich mich in Island verliebt. Das ist ein wahnsinnig schöner Ort. Ich liebe die Natur, die Wildheit, auch die Leute dort. Die São Paulo Pride war der Wahnsinn. Wir konnten das Hotel kaum mehr verlassen vor lauter Fans.

Sense 8: Staffel 2, seit 5.5. 2017 auf Netflix:

sense8 netflixDie WG im Kopf: Acht Personen sind geistig miteinander verbunden. Ein wunderschön wahnsinniges Serienerlebnis aus dem Hause Wachowski. Ein Busbesitzer aus Nairobi, eine Apothekerin aus Mumbai,eine isländische DJane, eine Transfrau und Aktivistin aus San Francisco, ein schwuler Schauspielstar aus Mexiko, ein Polizist aus Chicago und eine Gefängnisinsassin aus Seoul: Wenn einer leidet, dann alle. Wenn sich eine prügelt, helfen die anderen. Sie sind quasi verdrahtet. In der neuen Staffel müssen sich die acht HeldInnen ihrer Entstehungsgeschichte stellen: Internationale Hochspannung gepaart mit viel Gefühl.

www.netflix.com

Interview: Julia Pühringer

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Interviews, 10. Mai 2017
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