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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 14:05 Uhr
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Türkenbelagerung  Reloaded
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Türkenbelagerung Reloaded
Wiener Kaffeehaus-Besitzer versus türkischer Wirt: Andreas Vitásek und Tim Seyfi in einer durch und durch unkorrekten Comedy. tele traf Andreas Vitasek zum Interview.
 

"Kebab mit Alles": Eine Komödie über einen absurden Kampf der Kulturen. Regie führte Wolfgang Murnberger. Donnerstag, 15.12., 20.15 Uhr, ORF eins.

Johann Stanzerl (Vitásek), Besitzer des Café Prinz Eugen in dritter Generation, hat ein Problem: Sein Pachtvertrag beim Grafen Wildmannsdorf ist illegal, der Herr von und zu durchgebrannt. Das Haus wurde an Mustafa Öztürk (Tim Seyfi) verkauft. In dessen Vertrag steht, dass Stanzerl das Kaffeehaus aufgibt, Öztürk will ebendort mit seiner Frau ein Restaurant eröffnen. Wildmannsdorf hat also beide über den Tisch gezogen – doch das allein verbindet leider noch nicht.

Kampf der Kulturen

Die zwei Männer scheuen in Sachen psychologischer Kriegsführung vor nichts zurück, geht’s doch bei beiden um die pure Existenz. Als dann noch Prinz Eugen (Michael Ostrowski) vom Bild steigt und sich einmischt, wird’s kompliziert …

tele traf Andreas Vitásek mitten im 16. zum Interview. Uns erzählte er, wie er seinen Döner isst und wie man einen liebenswürdigen Arsch spielt.

In „Kebab mit Alles“, spielt ausgerechnet Andreas Vitásek einen, der gern Plattitüden wie „Wien darf nicht Istanbul werden“ vom Stapel lässt. Und: Es hat ihm Spaß gemacht.

tele: Wie essen Sie Ihr Kebab?
Andreas Vitásek: Wenn schon Kebab, dann Dürüm. Wenn ich nachher arbeite, dann mit wenig Zwiebel, weil das ist den Arbeitspartnern gegenüber unfair. Aber sonst mit alles und scharf.

orf_Kebab_vitasek2_OKWie kniet man, ohne zu lachen, vor Michael Ostrowski als Prinz Eugen?
Das geht ganz einfach, wenn man Knieschmerzen hat, weil man gerade Tennis gespielt hat, und eh ganz schwer in die Knie kommt. Dann ist man damit beschäftigt, dass man das Gesicht nicht vor Schmerzen verzieht.

Sprechen Sie jetzt ein bisserl Türkisch?
Kein Wort, zu meiner Schande. Ich kann gut Französisch, weil ich in Frankreich meine Ausbildung gemacht hab. Was ich aber zutiefst bedaure, ist, dass ich nicht Tschechisch kann. Mein Vater war Tscheche, aus Osnitz, zuhause hat man aber nicht Tschechisch gesprochen, das ist im Nachhinein schade. Damals hat man sich geniert, man wollte sich integrieren, die Tschechen waren ja die ersten Tschuschen.

Haben Sie wirklich die Tuba gespielt oder haben Sie nur so getan als ob?
orf_Kebab2_Neu_OKIch habe sogar Töne rausgebracht! Ich hab mal kurze Zeit Saxophon gelernt, insofern war mir das nicht ganz fremd. Aber ich hab natürlich alle genervt beim Drehen, indem ich wirklich dauernd reingetutet hab, das sollte man ja nicht, weil’s eh Playback ist … Aber es hat nichts mit Musik zu tun gehabt.

Im Film sagen Sie: „Manchmal mag i mi selber net“. Passiert Ihnen das auch?
Ja. Aber seltener. Ab einem gewissen Alter akzeptiert man sich. Was ich einfach nicht mag, ist, wenn ich Fehler wiederhole. Ich bin auch ein sehr begnadeter Fettnäpfchen-Springer, und da mag ich mich gar nicht, wenn ich mich nicht zurückhalten kann. Ich hab leider ein relativ loses Mundwerk.

Wie spielt man einen liebenswerten Arsch?
Indem man den liebenswerten Arsch in sich selber sucht. Und den findet man relativ leicht. Jeder hat diese dunklen Seiten in sich, Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, konservative Seiten. Die unterdrückt man, weil man politisch korrekt ist, und sie auch nicht gut findet. Aber wenn man die Gelegenheit hat, eine Rolle zu spielen, wo man das alles ausleben kann, finde ich das sogar sehr befreiend.

Danke für das Gespräch!

Das Interview führte Julia Pühringer

 

Zur Person Andreas Vitásek :
Der österreichische Kabarettist ließ sich einst in Frankreich zum Pantomimen ausbilden.

  • Geb. am 1. Mai 1956 in Wien-Favoriten.
  • War Statist im Burg-theater und Schüler von Samy Molcho
  • Ist als Kabarettist, Schauspieler und Regisseur tätig.
  • Kabarett-Termine: www.vitasek.at
 
 

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