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Bud Spencer

Bud Spencer

Bürgerlicher Name: Carlo Pedersoli
Geburtsort:
Neapel, Italien
Auszeichnungen:
François Truffaut Award 1996, 1990
Veröffentlicht:
19.03.2002
 
Bud Spencer ist schon ein Spaßvogel. Er besitzt nicht nur schlagkräftigen Humor auf der Leinwand, sondern hat sich auch einen originellen Künstlernamen ausgesucht. Carlo Pedersoli, wie er bei seiner Geburt bzw. nach seiner Taufe hieß, nennt sich seit Ende der Sechziger "Bud", wie "Knospe" - bei seinem Umfang ein gelungener Scherz. "Spencer" hieß sein großes Vorbild, Mr. Tracy, mit Vornamen.

Doch was geschah in den Jahrzehnten, bevor aus Carlo Bud wurde? Einiges. In der Grundschule in Neapel, die er ab 1935 besuchte, machte er seine ersten Schwimmversuche und entdeckte seine Leidenschaft für das nasse Element. Dennoch nahm der damals noch drahtige junge Mann nach dem Abitur 1946 erstmal ein Chemie-Studium auf.

1948 schmiss Carlo die Sache mit der Chemie und wechselte zu Jura. Zeitgleich verfolgte er zielstrebig seine Schwimmkarriere: 1952 und 1956 nahm er an den Olympischen Spielen teil, für eine Medaille reichte es allerdings nie ganz. Egal, dabei sein ist bekanntlich alles. Und wer kann außerdem von sich behaupten, als Spitzensportler quasi so ganz nebenbei noch den Doktor in Rechtswissenschaften gemacht zu haben.

Das war aber noch längst nicht alles: Pedersoli hatte zudem noch Zeit, mit Minirollen, z.B. als Leibwächter Neros in "Quo Vadis" (1951) oder als Polizist in "In einem anderen Land" (1957), seinen künftigen Beruf zu "üben".

Doktor, Olympionike, Schauspieler - was will man mehr? Carlo entschloss sich 1957, den Ruhm (vorerst) hinter sich zu lassen und brach nach Südamerika auf, um dort am Bau der legendären "Panamericana" mitzuwirken, wenn auch nur als Vorarbeiter im Fuhrpark einer amerikanischen Firma. Nach zwei Jahren besann er sich, kehrte nach Rom zurück und heiratete kurze Zeit später seine Jugendbekanntschaft (-liebe?) Maria Amato.

Bud Spencer ist mittlerweile über siebzig, guckt man sich jedoch sein bewegtes Leben an, hätte er eigentlich vor 30 Jahren an einem Herzinfarkt sterben müssen. Stattdessen gründete er 1965 eine Produktionsfirma und spielte 1967 zum ersten Mal an der Seite des Mannes, der ihn viele Jahre begleiten sollte: Terence Hill alias Mario Girotti. Der Film hieß "Zwei vom Affen gebissen".

Das Hau-drauf-Image, das sich die beiden in ihren Prügel-Western (u.a. "Vier Fäuste für ein Halleluja", 1970) mit qualitativ hochwertiger Handarbeit aneigneten, ist vor allem dem Dicken bis heute nicht von der Seite gewichen. Bud Spencers Lieblingsrolle war allerdings die des Kommissar Rizzo in der "Plattfuß"-Reihe (ab 1973). 1981 drehte der schwergewichtige Mime den Kultstreifen "Banana Joe", 1985 nahm er sich noch einmal Terence Hill zur Brust, um mit ihm als "Die Miami Cops" für Recht und Ordnung zu sorgen.

Talent vererbt sich - nicht nur bei Howard Carpendale. Bud Spencers Sohn Guiseppe Pedersoli hat als Drehbuchautor zur Serie "Zwei Supertypen in Miami" (1991-1993) wesentlich zum großen Erfolg seines Vaters in den Neunzigern beigetragen. Dort spielte er zusammen mit Ex-"Miami Vice"-Star Philip Michael Thomas. Das hatte Bud offensichtlich solchen Spaß gemacht, dass das Duo 1996 für die Mini-Serie "Zwei Engel mit vier Fäusten" wieder gemeinsam vor der Kamera stand. Zuletzt widmete sich der Mann, der eigentlich schon Rentner sein müsste aber nicht sollte, dem Komponieren. Pilot ist er auch. Nun müssten wir alles erwähnt haben, oder doch nicht?
 
 

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