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Zarah Leander

Zarah Leander
Geburtsort:
Karlstadt, Vämanland, Schweden
Sterbedatum:
1981-06-23
Veröffentlicht:
20.02.2001
Bürgerlicher Name: Zarah Stina Hedberg
Wenn man den Namen Zarah Leander hört, fängt man ganz unvermutet zu summen an. Wer kennt oder erinnert sich nicht an Lieder wie "Kann denn Liebe Sünde sein", "Ich steh im Regen", "Yes, Sir" oder "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn". Dazu noch der Klang ihrer dunklen, sinnlichen Stimme mit dem unverwechselbaren Timbre. Keine ließ so schön wie sie das "Rrrrr" rollen. Sie war eine Diva unter den Schauspielerinnen und Sängerinnen.

Geboren wurde Zarah Leander als Tochter von Mathilda und Anders Lorentz Hedberg im schwedischen Karlstadt. Durch ihre erste Ehe mit dem Schauspieler Nils Leander (1926) entstand dann der Name, der unauslöschlich mit dem Chanson und den Spielfilmen der 30er-Jahre verbunden ist: Zarah Leander. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder debütierte sie 1929 ohne Schauspiel- oder Gesangsunterricht an einer schwedischen Wanderbühne. Bereits 1930 spielte sie ihre erste Filmrolle in "Dantes Mysterium" und veröffentlichte ihre erste Schallplatte "Ich weiß nicht, warum ich es tue". Mehreren Tourneen durch Skandinavien folgte 1935 der Umzug nach Wien.

Ihr Auftritt in der Operette "Axel an der Himmelstür" und der österreichische Krimi "Premiere" führten schließlich zu einem Vertrag mit der Ufa in Berlin. In zehn Filmen wurde sie kontinuierlich als Star aufgebaut. In Douglas Sirks "Zu neuen Ufern", "La Habanera" (beide 1937), "Es war eine rauschende Ballnacht" (1939) oder "Das Herz einer Königin" (1940) verkörperte sie immer wieder die "femme fatale". Im Gegensatz zum damals im Film oft gezeigten Frauenbild des "Heimchens am Herd" hatte sie immer einen Beruf, war selbstbewusst, trank, rauchte und fluchte. Dabei hätte ein Unfall im Atelier 1938 ihrer Karriere beinahe ein frühes Ende gesetzt. Eine brennende Kamera verletzte sie an den Augen so schwer, dass sie lange behandelt werden musste und eine bleibende Kurzsichtigkeit davontrug.

Zarah Leander blieb auch während der Nazi-Zeit in Deutschland. Doch ihre Weigerung, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, beendete 1943 ihre Laufbahn vorläufig. Sie kehrte nach Schweden zurück, erhielt jedoch ein Auftrittsverbot. So kaufte sie sich das Landgut Lönö und zog sich zurück. 1949 kam sie dann wieder nach Deutschland. Mit Filmen wie "Gabriela" (1950), "Ave Maria" (1953) oder "Der blaue Nachtfalter" (1959) konnte sie jedoch nicht mehr an die Erfolge früherer Zeiten anschließen. Ganz anders lief es mit ihrer Karriere als Sängerin.

In zahlreichen Konzerttourneen und Plattenaufnahmen (insgesamt über 120) begeisterte sie das Publikum. Unvergessen sind ihre Gastspiele als "Madame Scandaleuse" in Wien, Hamburg, München und Berlin. In den späteren Jahren war sie deutlich vom Alter gekennzeichnet. 1972 erschien ihre Autobiografie "Es war so wunderbar. Mein Leben". Keine andere Künstlerin soll mehr Abschiedstourneen gegeben haben als Zarah Leander. So ereilte sie 1978 bei "Lächeln einer Sommernacht" dann auch auf der Bühne ein Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr erholte. Nach dem Tod ihres dritten Mannes, dem Kapellmeister Arne Hülphers, starb sie ziemlich einsam am 23. Juni 1981 in Stockholm.

Interviews

Zarah Leander
Interviews, 20. Februar 2001
Wenn man den Namen Zarah Leander hört, fängt man ganz unvermutet zu summen an. Wer kennt oder erinnert sich nicht an Lieder wie "Kann denn Liebe Sünde sein", "Ich steh im Regen", "Yes, Sir" oder "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn". Dazu noch der Klang ihrer dunklen, sinnlichen Stimme mit … mehr >
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