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Das österreichische Fernsehmagazin

Robert Mitchum

Robert Mitchum
Geburtsort:
Bridgeport, Connecticut, USA
Sterbedatum:
1997-07-01
Auszeichnungen:
Golden Globe (USA): Cecil B. DeMille Award 1992
LAFCA Award (USA): Auszeichnung fürs Lebenswerk 1980
NBR Award (USA): 1991 (Auszeichnung fürs Lebenswerk), 1960
San Sebastián Film Festival (Spanien): Auszeichnung fürs Lebenswerk 1993
ShoWest Convention (USA): Auszeichnung fürs Lebenswerk 1978
Veröffentlicht:
09.02.2001
Bürgerlicher Name: Robert Charles Durman Mitchum
Als Mitchum, bei dem man im Frühjahr 1997 Lungenkrebs diagnostiziert hatte, am 1. Juli desselben Jahres morgens gegen fünf Uhr in seinem Haus in Montecito im Schlaf starb, verlor Hollywood eine seiner letzten Legenden. In einem halben Jahrhundert hatte Robert Mitchum rund 150 Film- und Fernsehrollen gespielt, mit fast allen Regie-Größen der Traumfabrik gearbeitet und mit nahezu jedem Weltstar gemeinsam vor der Kamera gestanden, darunter Filmschönheiten wie Marilyn Monroe ("Fluss ohne Wiederkehr", 1954) .

Dabei hatte der Junge in Connecticut, New York und Delaware lange als Straßenkind gelebt, nachdem sein Vater Robert (Bob) Charles Durman Mitchum - ein Eisenbahner halb irischer Abstammung, zum anderen Teil den Schwarzfuß-Indianern zugehörend - zwischen den Puffern eines Zuges zermalmt worden war. Da war der Sohn gerade zwei Jahre alt gewesen. Mit 14 Jahren flog Robert von der Schule, zwei Jahre später wurde er wegen Landstreicherei als Sträfling in Georgia in Ketten gelegt. Nach geglückter Flucht schlug er sich, quer durch die USA ziehend, mit allerlei Gelegenheitsarbeiten durch, so als Tellerwäscher, Boxer und Maschinenputzer auf einem Frachter.

1937 ließ sich Mitchum in Kalifornien nieder, wo er 1940 seine Schülerliebe Dorothy Spence heiratete. Nach der Geburt des ersten von insgesamt drei Kindern - die Söhne James (geb. 1941) und Christopher (geb. 1943) sind ebenfalls Schauspieler geworden, auch Tochter Petrine (geb. 1952) stieg in die Filmbranche ein - jobbte Mitchum bei Lockheed Aircraft am Gesenkhammer, was ihn zeitweise erblinden ließ. Die in jener Zeit erstmals aufgetretene chronische Schlaflosigkeit sowie Boxverletzungen bescherten ihm jene hängenden Augenlider, die ihn als "Mann mit dem müden Blick" weltberühmt machen sollten.

1943 bekam Mitchum, der eben noch als Bühnengehilfe die Brötchen für seine Familie verdient hatte, seine erste Rolle als bärtiger Schurke im Western "Hoppy Serves a Writ" (1943). Noch im selben Jahr spielte er in 18 weiteren Produktionen mit. 1945 schaffte er als Lieutenant Walker in dem Kriegsdrama "The Story of G.I. Joe" den Sprung aus der Anonymität: Er hinterließ, obwohl in einer Nebenrolle mit wenig Text besetzt, einen so überwältigenden Eindruck, dass er zur Nominierung für den Oscar vorgeschlagen wurde.

Selbst die Verurteilung zu 50 Tagen Haft wegen Marihuana-Besitzes konnte seine kometenhafte Karriere nicht mehr aufhalten, seit dem legendären Streifen "Out of the Past" (1947) war Mitchum zur Ikone der "Schwarzen Serie" geworden. Bis in die siebziger Jahre lieferte er dutzendweise filmische Highlights, darunter das Kriegsdrama "Sergeant Steiner" (1978), in dem er an der Seite von Richard Burton, Rod Steiger und Curd Jürgens einen US-Oberst verkörperte. In seinen letzten Lebensjahren feierte der Altstar seine größeren Erfolge in TV-Serien, so z.B. in "North and South" (1985) oder "War and Remembrance" (1989).

In einigen seiner Filme, darunter "Cape Fear" (1962), hat Mitchum auch gesungen. In den 50er- und 60er-Jahren erschienen seine Platten "That Man" und "The Calypso and Me".

Der Mann, der meist den schweigsamen und nachdenklichen, vom Schicksal verletzten Helden gab, der Kino-Kassenschlager am laufenden Band produzierte, der im Privatleben trotz lebenslanger Ehe mit Dorothy als "bad boy" galt, scheute zeitlebens große Auftritte in der Öffentlichkeit. Er tue seinen Job "wie ein Klempner", soll er einmal gesagt haben. "If you want my interest, interest me. If you want my presence, pay me", lautete eine von Mitchums Lebensprämissen.

Interviews

Robert Mitchum
Interviews, 09. Februar 2001
Als Mitchum, bei dem man im Frühjahr 1997 Lungenkrebs diagnostiziert hatte, am 1. Juli desselben Jahres morgens gegen fünf Uhr in seinem Haus in Montecito im Schlaf starb, verlor Hollywood eine seiner letzten Legenden. In einem halben Jahrhundert hatte Robert Mitchum rund 150 Film- und Fernsehrollen… mehr >
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