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Interview mit Hannes Jaenicke

Interview mit Hannes Jaenicke
Veröffentlicht:
30.03.2011
"Luxusproblemchen"
Minen in Angola und anderswo sind ein sehr ernstes Thema. Wie kamen Sie zu diesem Film und zu Ihrer Rolle?
Das Rollenangebot kam von Ziegler-Film und dem Regisseur Marcus O. Rosenmüller, und ich habe sofort zugesagt. Minen sind ein vergessenes und verdrängtes Thema, vor allem seit Lady Diana tot ist. Sie war die wohl prominenteste Aktivistin gegen dieses Verbrechen, das immer noch täglich Menschen umbringt oder verkrüppelt.

Sie sind ein Schauspieler, der sich engagiert, einmischt und für seine Überzeugungen kämpft. War Ihnen bewusst, wie drastisch Landminen das Leben der ganzen Bevölkerung bestimmen?
Da ich seit 20 Jahren regelmäßig in Afrika herumgereist bin und dort diverse Filme und Dokumentationen gedreht habe, war ich mit der Thematik weitestgehend vertraut.

Engagieren Sie sich über diesen Film hinaus für dieses Thema?
Ich bin Mitglied von Amnesty International und anderen NGOs (Anmerkung der Redaktion: NGOs = Non-Governmental Organizations), die sich unter anderem seit Jahrzehnten gegen Produktion, Verkauf und Einsatz von Minen engagieren.  

Was hat Sie an Afrika am meisten beeindruckt?
Das Faszinierende und Rätselhafte an diesem Kontinent ist, dass man nirgendwo auf der Welt eine solche Lebensfreude, Gastfreundschaft und Energie vorfindet, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung weit unterhalb der Armutsgrenze lebt. Und wir meckern und jammern ununterbrochen über Lappalien und Luxus-Problemchen.

Sie spielen den Chef der Minensucher – Mason. Ein knallharter Kerl, der nur ein Ziel hat, Minensucher perfekt auf den gefährlichen Job vorzubereiten. Könnten Sie sich vorstellen, eine so große Verantwortung zu übernehmen?
Das kann ich nicht beantworten, aber Mason hat verdammt gute Gründe, sich so zu engagieren. Mehr möchte ich hier nicht verraten.

Mason muss die Emotionen seiner Minensucher, die bei einem so Nerven aufreibenden Job hoch kochen, im Griff behalten und selbst – getrieben von seiner Vergangenheit und den eigenen Dämonen – einen kühlen Kopf bewahren. Wie schafft er das?
Durch seine Militärkarriere. Der Mann hat mehr Elend gesehen und verursacht, als ihm lieb sein kann.

Müssen Minensucher besondere Menschen sein?
Bestimmt. Ohne Nerven aus Stahlseilen ist der Job nicht zu bewältigen. Für ängstliche Seelen sowieso nicht.

Hatten Sie Berater, die Ihnen gezeigt haben, wie eine reale Minensuche vonstatten geht?
Wir hatten einen fantastischen Berater aus England, der seit über 20 Jahren Minen entschärft und Minensucher ausbildet. Ohne ihn hätten wir den Film nicht drehen können.

Was war die schwierigste Szene?
Das waren die Szenen, die wir in einem Township gedreht haben. Die Lebensbedingungen dort sollte man allen vorführen, die in Deutschland so gerne unzufrieden sind und herummeckern.

Interviews

Interview mit Hannes Jaenicke
Interviews, 30. März 2011
Minen in Angola und anderswo sind ein sehr ernstes Thema. Wie kamen Sie zu diesem Film und zu Ihrer Rolle?Das Rollenangebot kam von Ziegler-Film und dem Regisseur Marcus O. Rosenmüller, und ich habe sofort zugesagt. Minen sind ein vergessenes und verdrängtes Thema, vor allem seit Lady Diana tot ist… mehr >
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