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Im Dienste  der Liebe
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Im Dienste der Liebe

tele-Interview mit Elizabeth T. Spira
Veröffentlicht:
28.06.2016
 

tele: 13 Jahre TV-Kupplerin. Wird es nie fad? Elizabeth T. Spira: Das müssen Sie das Publikum fragen. Mir macht es Spaß. Ich bin eine Geschichtensammlerin – und Erzählerin. Da ich neugierig bin, wie leben Leute, welche Träume haben sie usw., bleibt es für mich spannend. 

Haben Sie schon einmal angedacht, ein Buch zu über all die (Liebes)Geschichten, mit denen Sie im Laufe der Zeit konfrontiert worden sind, zu schreiben? Vielleicht nachher. Ich schaffe es jetzt zeitlich nicht. Außerdem lege ich Vergangenes meist ad acta. Ich merke mir die aktuellen Geschichten. Dazu müsste ich in meinen Gedächtnis-Schubladen kramen und die alten Erinnerungen aufwärmen.

Ist es schwer, zu den Kandidaten Distanz zu halten? Zum Großteil nicht. Ich bin kein symbiotischer Mensch, sondern eher ein distanzierter. Man kann kein guter Journalist sein, wenn man alles persönlich nimmt. Ich höre den Menschen zu und hoffe, dass es ihnen nachher besser geht – doch es ist nicht mein Schicksal.

Was sagen Sie zu dem wiederholten Vorwurf, in Ihrer Sendung würden Menschen vorgeführt werden?
Ich schaffe keine künstlichen Situationen. Ich gehe zu den Leuten nachhause, ich würde niemanden ins Studio bitten. Die Geschichten der Personen sind mindestens so wichtig wie ihr Wohnumfeld. Ich erzähle nichts Virtuelles. Bei uns ist nichts inszeniert, nichts nachgeäfft, wir zeigen Authentizität.
  
Gibt es die große Liebe? Das kommt darauf an, ob man liebesfähig ist. Wer nicht gelernt hat, sich hinzugeben, der schafft es nicht - so sehr er sich es auch wünscht. Jemand, der beziehungsfähig ist, findet schon jemanden, mit dem er leben kann und mit dem er Spaß hat. Die große Liebe entsteht ja sowieso erst nach dem Verliebtsein. Außerdem: Es muss ja nicht immer die große Liebe sein. Mir reicht schon die kleine.

Wird es die Alltagsgeschichten noch einmal geben? Das kann durchaus sein, nur momentan ist es mir einfach zu viel. Jetzt haben wir mal zehn 45-Minuten Sendungen fertig zu machen, die zum Teil noch nicht ganz fertig sind. Dadurch, dass der Sendeplatz auf Montag verlegt worden ist, sind wir doppelt im Stress. 

Wer wird ihr Erbe in Sachen Sozialreportage antreten? Das weiß ich nicht. Es wird ja hoffentlich genug Leute geben. Es muss nicht alles so bleiben wie es ist. Ich glaube, solange es gute Journalisten geben wird, wird es auch gute Sendungen geben.

Eine Weisheit über die Liebe? Oje, ich bin so gar nicht weise in der Liebe. Als ich mit der Sendung begonnen habe, war ich über 50, verheiratet und ziemlich gefestigt. Ich bin immer noch mit demselben Mann zusammen, was ich einen großen Erfolg nenne (Anm.: Spira ist mit dem Schauspieler Hermann Schmid verheiratet und hat eine 29-jährige Tochter). Aber auch da gilt: Man muss imstande sein, überhaupt eine Beziehung zu führen – denn es gibt gute und schlechte Phasen. Und Krisen muss man durchstehen lernen. Ewiges Glück wäre doch grauenhaft.

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Faulenzen. Wenn ich aus dem Schneideraum komme, schlafe ich beim Musikhören, im Kino oder beim Lesen alsbald ein.

Und was ist mit dem Fernsehen?
Auch das eignet sich hervorragend zum Einschlafen!

 
 

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