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Das österreichische Fernsehmagazin

Vielleicht in einem anderen Leben

Vielleicht in einem anderen Leben
© Filmladen
Starttermin:
21.01.2011
Veröffentlicht:
28.01.2011
Wiener Blut und Suppe als Hochverrat: Operette als Hoffnungsschimmer von KZ-Häftlingen in den letzte

„Geh, des is ka Hochverrat, des is a Suppn.“ Traudl Fasching (Ursula Strauß) muss sich gegenüber ihrem Mann Stefan (Johannes Krisch) rechtfertigen, weil sie eine Gruppe Juden, die im Heustadel des Ehepaars gestrandet sind mit Suppe verköstigt. In den letzten Kriegstagen wurde ein Zug jüdischer Ungarn zum Todesmarsch ins KZ-Mauthausen geschickt. In den Wirren des Kriegsendes lagern die Juden in dem Heustadel, der Weitermarsch verzögert sich, da die Befehlskette der SS reißt.

In dieser unklaren Situation motiviert der Häftling Lou Gandolf (Péter Végh), ein Opernsänger aus Budapest, seine Leidensgenossen doch die Operette "Wiener Blut" einzustudieren - ein Funken Hoffnung für die dem Tode geweihten, die Flucht in eine andere Welt, denn "die Welt da draußen will uns töten. Deshalb müssen wir so tun, als wären wir in einer anderen." Stefan Fasching ist das alles andere als recht, vor allem auch, da seine Frau sich an den Proben beteiligt und die Juden mit Lebensmitteln unterstützt. Seit dem Kriegstod ihres Sohnes gibt es im Haus Fasching keine Lebensfreude mehr, die jüdischen Gefangenen hingegen haben noch den Lebensmut der Verzweifelten. Mit schwarzem Humor erzählt Regisseurin Elisabeth Scharang (u.a. "Franz Fuchs - Ein Patriot") in "Vielleicht in einem anderen Leben" die Geschichte rund um die gestrandeten Flüchtlinge und vor allem über die am Scheitern stehende Ehe der Faschings.

"Vielleicht in einem anderen Leben" ist die adaptierte Verfilmung des Theaterstücks "Jedem das Seine" von Peter Turrini, der auch gemeinsam mit Scharang das Drehbuch schrieb. Als entfremdetes Ehepaar glänzen Ursula Strauß und Johannes Krisch.

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