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Jersey Girl

Jersey Girl
Starttermin:
Ab 6. Januar 2005 im Kino
Teaser:
Ben Affleck spielt Olli Trinke, den oberflächlichen PR-Berater von nebenan. Naja, nebenan heißt in diesem Fall New York. Für Ollie läuft alles super, bis seine angebetete Ehefrau Gertrud (Jennifer Lopez) bei der Geburt des ersten Kindes tragischerweise stirbt.
Veröffentlicht:
04.01.2005
Privat am Boden zerstört, beleidigt er auch noch in aller Öffentlichkeit den kommenden Superstar Will Smith (Will Smith), was Ollie zum Aussätzigen seiner Branche macht und ihm gesellschaftlich das Genick bricht.

Um wenigstens für seine niedliche kleine Tochter Gertie da sein zu können, zieht er zurück aufs Land zu seinem Vater Bart - nach New Jersey. Dort hält Ollie seine Mini-Familie als Straßenreiniger über Wasser, wünscht sich jedoch naturgemäß nichts sehnlicher, als wieder in seinem alten Beruf Fuß fassen zu können.

Wie es in amerikanischen Filmen so üblich ist, kommt es natürlich zu einem mehr oder weniger moralischen Dilemma: mit der Tochter in New Jersey oder doch lieber den Traumjob in New York? Und dann schleicht sich auch noch eine sehr neugierige und nicht weniger attraktive Videothekarin (Liv Tyler) in Ollies Leben...

Kevin Smith überrascht uns hier mit einer leichtgängigen Romantik-Komödie - das sind die Filmfans von ihrem einstigen Independent-Regie-Idol so gar nicht gewohnt.

Wir erinnern uns: Mit den Low-Budget-Filmen "Clerks" (1994) und "Mallrats" ((1995) porträtierte Smith die lässigsten Loser aller Zeiten, gefilmt mit wackeliger Handkamera und versehen mit brillanten Dialogen.

Dann kamen mit "Chasing Amy" (1997, mit Ben Affleck) und "Dogma" (1999, auch mit Ben Affleck) sozusagen die erwachsenen, sinnsuchenden Versionen der irren Clerks ins Kino, stets mit einem anarchischen, tiefschwarzen und intellektuellen Witz ausgestattet.

Mit 30 macht man andere Filme als mit 20 - und "Jersey Girl" bricht durchaus mit der Independent-Tradition Smiths. Die beiden Trash-Ikonen Jay und Silent Bob, deren Kurzauftritte in Smiths Filmen bereits Kult sind, tauchen in Jersey jedenfalls gar nicht auf. Auch ansonsten kommt dieser Film eindeutig aus Hollywood.

Doch die humorigen Dialoge und überraschenden Cameo-Auftritte von US-Superstars können einfach keinem anderen kranken Hirn entspringen als dem von Kevin Smith: erwachsen, etwas kommerzieller, aber nach wie vor schwer unterhaltsam.
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