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Jud Süß - Film ohne Gewissen

Jud Süß - Film ohne Gewissen
© Jud Süß - Film ohne Gewissen / Tiem Film
Starttermin:
23.09.2010
Teaser:
Oskar Roehlers Kino-Spielfilm über die Entstehung und die Auswirkungen des NS-Propagandafilms "Jud Süß" beschäftigt sich mit zentralen Fragen der künstlerischen Verantwortung.
Veröffentlicht:
27.09.2010
Moretti spielt Marian.
Berlin 1939: Der Schauspieler Ferdinand Marian (Tobias Moretti), gebürtiger Österreicher, bekommt die Karrierechance seines Lebens. Propagandaminister Joseph Goebbels (Moritz Bleibtreu) selbst bietet ihm die Hauptrolle im Film "Jud Süß" an, Regie führt Veit Harlan (Justus von Dohnányi). Marians Frau Anna (Martina Gedeck) hat begründete Einwände, doch Marian fühlt sich außerstande, dem Druck Goebbels‘ zu widerstehen. Während der Film zum totalen Kassenschlager wird, als Propaganda-Mittel große Erfolge einfährt und Marian zum NS-Star macht, kostet die Rolle Marian nicht nur Frau und Freunde, sondern führt zu seinem völligen und unaufhaltsamen Niedergang, exzessiver Alkoholgenuss und Frauengeschichten inklusive.Der erste Film zum Thema "Film im Nationalsozialismus" seit "Mephisto" verfügt über ein "best of Österreich und Deutschland"-Starensemble. Und er traut sich zu zeigen, dass auch die Kultur-Elite mehr oder weniger begeistert für die Nazis werkte. Das allein macht allerdings noch keinen guten Film - so mancher Handlungsstrang versucht zu viel auf einmal, und spätestens als Moretti als Ferdinand Marian mit der halbleeren Schnapsflasche und einer wirren Locke in der Stirn durch's Bild taumelt, ist die Sache völlig überzogen (die Sexszene mit Gudrun Landgrebe ist in ihrer billigen Symbolik ebenfalls mehr zum Lachen).

Mehr Infos zum Thema
Wer sich wirklich für das Thema interessiert, sollte sich den Film "Harland - Im Schatten von Jud Süß" zu Gemüte führen. Die Doku über den NS-Regisseur und dessen Familie zeigt recht gut, wie es um die damalige filmische Arbeit in Deutschland bestellt war, allerdings auch, wie rasch die beteiligten Künstler später rehabilitiert wurden. Weitere Infos finden sich in Friedrich Knillis Sachbuch "Ich war Jud Süß. Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian", erschienen im Verlag Henschel.
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