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"Man brennt täglich lichterloh": Jeanette Biedermann und "Ewig" im Interview und beim Kaiser

"Man brennt täglich lichterloh": Jeanette Biedermann und "Ewig" im Interview und beim Kaiser
© Ulle Hadding / one two media
Veröffentlicht:
19.10.2012
Mit ihrer neuen Band "Ewig" ist Jeanette Biedermann am Samstag bei "Wir sind Kaiser" zu Gast. tele traf Ewig zum Interview: Zwischen Knutschen und Klassenfahrt.

Großer Empfang für einen neuen Stern am Musikhimmel: „Ewig“ ist beim Kaiser zu Gast. Noch nichts von Ewig gehört bisher? Mit einem herzhaften „eine Frechheit“, würde das Jeanette Biedermann augenzwinkernd kommentieren, denn der Star aus GZSZ und „Anna und die Liebe“  ist die Frontfrau der neuen Band. Gemeinsam mit ihrem seit dem Sommer frisch angetrauten Ehemann  Jörg Weißelberg (Gitarre) und Christian Bömkes (Bass, Songwriting) haben sie sich bei der Musik gefunden und präsentieren ihr neues Album „Wir sind Ewig“ Seiner Majestät Kaiser Robert Heinrich I. Ob Österreichs einziger legitimer Monarch Gefallen an der CD gefunden hat, erfahren Sie am Samstag, den 20. Oktober um 20.15 Uhr auf ORFeins in "Wir sind Kaiser". tele traf Ewig nach der Generalprobe zu „Wir sind Kaiser“ zum Interview. Bassist Christian war zuerst nicht dabei, da er noch schnell Besorgungen für den abendlichen Auftritt machen musste. So hatten wir das Vergnügen, mit Jeanette und Jörg zu plaudern.

tele: Wie wurdet Ihr von Seiner Majestät Kaiser Robert Heinrich I. empfangen?

Jorf_haiden_20121019160335örg: Ach, er war sehr gnädig.

Jeanette: Es war ja aber auch nur eine Probe. Wir werden natürlich dann unser Bestes geben, um den Kaiser froh und milde …

Jörg: … und zufrieden zu stimmen. Das hängt natürlich auch von unserer Performance der Kaiserhymne ab. Wir zittern ein bisschen...

tele: Habt Ihr geprobt?

Jörg: Gerade eben ein bisschen.

Jeanette: Wenn man da einen Fehler macht, dann ist der Kopf ab...

Jörg: Da rollen Köpfe. Das ist uns schon zu Ohren gekommen.

tele: Und das wär‘s dann mit Ewig.  „Ewig“ als Bandname ist ja ein recht als ambitionierter Titel…

Jeanette: Eigentlich hat es nichts mit der zeitlichen Spanne zu tun. Das greift tiefer. Irgendwann fiel natürlich das Wort "ewig", dann haben wir nachgeschaut, aber es gab noch keine Band die so heißt. Wir  fanden es total schön.  Ewig sollte alles das, was wir Menschen so lieben sein -  ob das eine tolle Freundschaft ist oder die Familie, oder ein Augenblick, ein Sonnenuntergang. Bei Dingen die wir gerne haben, wollen wir nicht loslassen, wie wir auch liebe Menschen nicht loslassen wollen. Insofern ist „ewig“ ein wunderschönes romantisches Ideal, das es gilt anzustreben.

tele: Ihr seid in dem Zusammenhang sicher  auch schon tausendmal auf eure Ehe angesprochen worden ...

Jeanette: Ja, mit Christian und mir, das ist toll ... (lacht, sie ist ja mit Jörg verheiratet)

tele: Aber seid ihr mit Ewig „Einen Schritt weiter“ gekommen, wie auch Eure erste Single heißt?

e_Ulle_Hadding-one-two-media_3Jörg: Ich bin seit 2000 in der Backingband dabei, wir haben auch gemeinsam schon Songs miteinander geschrieben und haben schon lange zusammen gearbeitet, deshalb war es auch nicht ganz neu. Neu daran ist schon, dass es eine frische Konstellation zwischen uns dreien ist, zwischen Christian, Jeany und mir. Da fängst du an die Sachen neu zu bewerten. Es war ein harter Kampf, wir sind da gesessen und haben gemeinsam die Musik geschrieben und bis wir alle drei dann zufrieden waren, das hat schon ein bisschen gedauert.

Jeanette: Das Schöne daran ist: es steckt kein Plan dahinter. Keiner hat sich hingesetzt und gesagt "Wir gründen jetzt eine Band". Wir arbeiten ja als Songwriter manchmal auch an vielen unterschiedlichen Sachen gleichzeitig. Jörg hat dann für sich überlegt - weil er ja auch schon viele andere Projekte gemacht hat wie zum Beispiel Silbermond - einfach wieder mal ein paar deutsche Lieder zu schreiben. Und parallel haben wir beide an einer englischen Platte von mir geschrieben und irgendwann brauchte ich mal so eine Auszeit und sagte "Ach Jörg, ich mach mal kurz bei deinen Sachen mit, dann krieg ich den Kopf ein bisschen frei" - und dann sind wir da kleben geblieben. Dann hatten wir Christian immer im Auge und dachten, "der ist so ein talentierter Bursche, der hat so tolle Sachen mit Laith Al-Deen gemacht, eigentlich müssten wir mit Christian was schreiben, das wäre super.“ Und das passierte dann tatsächlich.

Jörg: Christian und ich haben uns dann getroffen und wir waren uns dann gleich sehr sympathisch. Am Gang hab ich ihm dann zugeflüstert "Hey ich schreib da was mit Jeany...“ . Und er kam dann wirklich ein paar Tage später zu uns, blieb gleich über Nacht, und es kamen schon die ersten guten Songs dabei raus. Und nach zwei, drei Wochen war klar, dass wir das gemeinsam machen, dass wir eine Band gründen.

tele: Und nun seid Ihr ein Trio, ein Pärchen und ein Bassist. Wie funktioniert das?

e_Ulle_Hadding-one-two-media_1Jeanette: Wir sind ganz einfach auch gute Freunde und daher ist das ganz entspannt. Und Jörg und ich sind jetzt auch keine 13 mehr, dass wir dauernd knutschend wie zwei Saugnäpfe aneinander kleben und Christian weiß nicht was er machen soll - insofern ist es wunderbar. Wir sind ja auch meistens mit Freunden unterwegs. Meinen Manager kenn ich seit 16 Jahren, Jörg seit über zehn Jahren, Christians Freundin hat unser Video gemacht, ist eine ganz tolle Kamerafrau und Regisseurin und hat unser Singlecover fotografiert, unsere Backing-Band besteht aus lauter Freunden, mit unserem Keyboarder ist Jörg zur Schule gegangen - es ist also hier alles Freunde und Family. Es ist ein bisschen wie Klassenfahrt.

Jörg: Wir wollten einfach diesen Kreis überschaubar und handlebar lassen, das ist uns einfach ein Bedürfnis, wenn wir schon so mutig sind einen Star zu entmachten und in so eine Konstellation zu stecken. Es heißt ja nicht "Jeanette Biedermann und Ewig". Als Marketingexperte hätte man da die Hände überm Kopf zusammengeschlagen.

Jeanette: Also die Konsequenz war auf jeden Fall wichtig, eben das ganze Projekt nicht "Jeanette Biedermann featuring Ewig" zu nennen, sondern ganz mutig zu kommen und zu sagen "Nein, die Band heißt Ewig". Und es sind viele Leute die nichts von mir wissen, und das macht uns schon freier als "Jeanette macht die und die Musik, Jeanette klingt ja soundos". Da können wir als Ewig vorurteilfreier arbeiten. Und so hat das einfach ein Chance gehabt ehrlich und frisch zu starten.

Wir fangen ganz bei null an. Wir bekommen vielleicht wegen meinem Namen ein zwei  Shows, die andere nicht bekommen, das mag schon sein, aber wir fangen sonst bei null an, wir haben weder eine TV-Kampagne, noch irgendwelche Plakatierungen - das Einzige was wir gehabt haben war eine dreiwöchige Funktour, wo wir überall unplugged gespielt haben und die ganze Ochsentour gemacht haben. Und das ist aber toll, das ist wunderbar. Und wir sind einfach Newcomer, ob nun Jeanette Biedermann oder nicht, wir müssen fleißig sein und hart arbeiten.

Jörg: Live haben wir zwar inzwischen sechs, sieben Leute mit. Aber wir spielen auch sehr gerne ganz reduziert, so wie es nicht am Album ist, sondern auf dieser Sonderedition, da haben wir zu dritt komplett unplugged gespielt mit ganz minimalistischem Aufwand und das machen wir ganz oft, spielen Akustikshows. Und das Minimalistische bringt einen so auf den Boden der Tatsachen zurück ...

Jeanette: ... es zieht halt deine Songs total aus, macht sie ganz nackig und dann stehst du halt wirklich da und weißt, dass es ein gutes Lied war.

Am 1.11. spielen Ewig in der Szene Wien, am 2.11. im Grazer PPC.

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tele: Das ist Eure erste Tour, was erwartet Ihr Euch davon?

Jörg: Wir haben bisher so kleine Showcases gespielt in Berlin und sind in ganz kleinem Rahmen aufgetreten. Wir proben aber noch richtig. Wir sitzen jetzt mal bloß hier und freuen uns auf den Kaiser, und dann fliegen wir sofort wieder zurück und proben weiter und stellen da ein hoffentlich großartiges Programm auf die Beine mit superguten Leuten und Musikern.

Jeanette: Es ist  toll, gerade im Proberaum. Du machst das alles zum ersten Mal, dir geht das alles durch den Kopf „wie machen wir das, wie machen wir den Song“, und musikalisch sprudelt gerade aus Jörg so viel heraus. Das ist halt so geil, man brennt richtig, weil man sich vorstellt „wie wird das sein, wie wird das sein, wann ist endlich dieser Moment da, wo du dann da stehst und endlich deine Musik live spielst“ - das ist genau das, worum es geht. Wenn du die Leute triffst, die deine Platte haben und deine Musik mögen. Und mit denen jeden Abend ein geiles Fest zu haben, darum geht’s doch. Das ist es.

tele: Sind Konzerte aufregender, als hunderte Folgen „Anna und die Liebe“ zu drehen?

Jeanette: Das ist eine andere Arbeit. Als Sängerin bin ich hundertprozentig ich selber, kann mein Inneres nach außen kehren, man hat auf der Bühne immer seinen Thrill, diese Macht des Momentes. Und in der Schauspielerei ist das alles wesentlich ruhiger. Da lebst du halt diesen Moment als eine andere Figur in einem anderen Charakter, machst dir halt Gedanken darüber, wie könnte ein anderer Mensch so funktionieren und gibst ihm Farben und irgendwelche Besonderheiten - das sind einfach schöne Sachen und man lebt diese Rolle in diesem Moment, das ist sehr abhängig von den Menschen die mit einem spielen, aber: Es ist halt wesentlich ruhiger. Man hat nicht wie auf der Bühne  diesen Peak an Adrenalin, sondern du kommst morgen zum Set und es ist alles entspannter.

tele: Auf der Bühne kannst Du also Jeanette Biedermann sein, beim Schauspielern wer anderer – in einer Folge der neuen ARD-Vorabendkrimiserie „Hauptstadtrevier" spielst Du in einer Folge eine Doppelrolle…
(Die ARD-Serie „Hauptstadtrevier“ startet am 13. November am Vorabend in der Reihe „Heiter bis tödlich“ in der ARD, Anm.)

Jeanette: Geil, oder? Das muss man erst mal raffen.  Also die Doppelgängerin zu spielen, das war super. Der konnte ich alles geben, was man so einer lustigen, verpeilten Figur so geben kann. Aber auch eine gewisse Tragik, weil sie ein schlimmes Leben hatte. Der Cameo-Auftritt hingegen, der war WIRKLICH schwer. Es ist ganz schwer sich selber zu spielen. Und da sind wir auch schon beim Knackpunkt, denn: Man darf sich nicht spielen. Man muss echt versuchen, zu agieren wie man ist. Man muss alles vergessen und ablegen an Spielerischem, was man sonst hat. Auf der Bühne, wenn du singst und redest, das ist man  seit hundert Jahren gewöhnt. Aber vor der Kamera zu stehen und einen Text zu sprechen, eine Szene zu spielen, nach Buch, und selbst  zu bleiben.... Ich habe aber auch  alles umgeschrieben, jedes Wort.  Ich habe mich da Abende hingesetzt, um das wirklich auch so zu machen, wie ich das sage, weil es die ARD sehr authentisch haben wollte, was ich auch sehr toll finde und darum hat Ewig da auch einen Gastauftritt - das war eine echte Erfahrung.

tele: Wie geht es danach weiter, für Jeanette Biedermann und für Ewig?

Jeanette: Wir gehen jetzt erst mal auf Tour, dazwischen werden wir immer wieder die eine oder andere Show haben, aber dann ist echt einfach mal Weihnachten. Familie, Marzipankugeln essen, weißt du, und einfach eine schöne, warme Zeit haben. Und nächstes Jahr geht’s dann weiter, da werde ich einen Thriller drehen, ich freu mich drauf, das eröffnet mir ein ganz neues Genre und ist ein ganz tolles Buch. Ja, und nach der Tour ist vor der Tour (lacht). Und der Kopf steht  ja nicht still, man macht sich Gedanken über neue Songs, ein zweites Album, man brennt täglich lichterloh. Ewig ist ja ein ganz junges Kind, es muss  erstmal erwachsen werden. Es ist unfassbar wie viele Leute überhaupt noch nie etwas von Ewig gehört haben, ...

Jörg: Unverschämt!!

Jeanette: genau, eine Frechheit! Es liegt also noch  viel Arbeit vor uns so viele Leute wie möglich zu treffen, ihre Ohren zu treffen, ihre Augen zu treffen - das braucht echt noch Zeit. Und da ist Christiaaaan!

(Bassist Christian Bömkes kommt von seinen Erledigungen zu uns)

tele: Wir haben ja schon über Dich und diese Dreierkonstellation geredet, wie geht es denn Dir so mit diesem jungen Liebespaar?

Christian: Ach, ich wusste ja vorher, worauf ich mich da einlasse. Als wir angefangen haben Musik zumachen und zu schreiben da war das schon ersichtlich, das wir drei gut zusammen kommen und miteinander können. Ich glaube großen Verdienst daran hat sicherlich das Paar, das wäre nicht mit jedem Paar so machbar. Manche Paare stehen dann vermutlich echt so in der Ecke und knutschen und da fühlt sich dann einer alleine. Aber wenn wir drei zusammen  unterwegs sind, dann sind wir tatsächlich als drei Freunde unterwegs sind.

Jeanette: Dann knutschen wir alle miteinander (alle lachen). Christian hat letztes mal so was schönes gesagt, weil er wird  immer gefragt, ob er das dritte Rad am Wagen ist, und damals hat er immer gesagt "nein, ist alles super", und heute sagte er plötzlich "Ja. Weil wir ein Dreirad sind". Und das trifft es so. Wir sind ein Dreirad.

Interviews

"Man brennt täglich lichterloh": Jeanette Biedermann und "Ewig" im Interview und beim Kaiser
Interviews, 19. Oktober 2012
Großer Empfang für einen neuen Stern am Musikhimmel: „Ewig“ ist beim Kaiser zu Gast. Noch nichts von Ewig gehört bisher? Mit einem herzhaften „eine Frechheit“, würde das Jeanette Biedermann augenzwinkernd kommentieren, denn der Star aus GZSZ und „Anna und die Liebe“  ist die Frontfrau der neuen Band… mehr >
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