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Eine Frage – 19 Antworten

Eine Frage – 19 Antworten
Veröffentlicht:
23.12.2009
Was finden Sie an Märchen faszinierend?
Sonja Kirchberger (spielt die Stiefmutter in "Schneewittchen"): Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Und das Beste daran: Märchen garantieren ein Happy End.

Jaecki Schwarz (König in "Schneewittchen"): Dass sie, wie bei keinem anderen literarischen Genre, die Fantasie bis aufs Unmöglichste anreizen!

Suzanne von Borsody (Zauberin in "Rapunzel"): Märchen spiegeln die Welt, in der sie entstanden sind, nur meist überhöht und oft viel drastischer als das wirkliche Leben. Aber in Märchen gibt es immer eine klare Zuordnung von Gut und Böse, und egal, was auch passiert, das Böse gewinnt nie. Märchen bieten sehr häufig einen magischen Ausweg, der immer das Gute siegen lässt.

Jaime Ferkiç (Prinz in "Rapunzel"): Einmal die Chance, in eine ganz andere Welt einzutauchen, und natürlich die Möglichkeit, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Luisa Wietzorek (spielt das "Rapunzel"): Zum einen finde ich es faszinierend, wie früher lange, spannende Geschichten immer wieder von Person zu Person weitergetragen wurden. Zum anderen verbinde ich mit Märchen Welten, in die man sich gern fallen lässt, sich mit Fantasie und Träumen umgibt oder z.B. heikle Themen durch eine bildlichere Form an einen herangetragen werden.

Roman Knižka (spielt den "gestiefelten Kater"): Sie entführen in eine geheimnisvolle, irreale Welt, deren Abenteuer eigentlich stets im Guten enden.

Kai Wiesinger (König Otto in "Der gestiefelte Kater"): Mich fasziniert vor allem die Überlebensdauer der Märchen. Es ist doch wundervoll, dass Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten auch heute noch die Menschen fesseln. Ich glaube, es liegt an dem Repertoire der Eigenschaften, die in den Märchen vorkommen. Sie umfassen Unschuld und Bosheit, Fleiß und Faulheit, Schönheit und Hässlichkeit, Neid, Neugier und Hochmut, Mut und Treue, Dummheit und Schlauheit sowie Stärke und Schwäche, Kleinheit und Größe, Habsucht und Bescheidenheit, List und Hinterhältigkeit. Diese z.T. ja auch schonungslose Aufzeichnung der menschlichen Eigenschaften ist – so glaube ich – das, was die Menschen fasziniert.

Anna Loos (Königin in "Dornröschen"): Im Märchen ist alles möglich. Man taucht ein in eine Welt, in der das Gute meist das Böse besiegt. Allerdings würde es den Weg des Guten ohne das Böse nicht geben. Und am Ende der Geschichte steht entweder ein Happy End oder ein trauriger, melancholischer "So ist die Welt eben"-Gedanke. Märchen sind das, was nicht nur Kinder brauchen, um einen Tag in dieser Welt zu überstehen.

François Goeske (Fynn in "Dornröschen"): Ich glaube, dass Märchen zeitlose Spiegel sind. Es gibt sie für alle möglichen Lebenslagen. Durch Märchen versteht man manches in dieser Welt besser, man kann vieles besser zuordnen und lernt was über den Umgang in der Gesellschaft.

Karoline Herfurth (Prinzessin Elisabeth und "Die Gänsemagd"): Märchen erzählen von den grundlegenden Konflikten eines jeden Menschen. Märchen sind für mich Lehren über das Leben.

Susanne Bormann (Zofe Magdalena in "Die Gänsemagd"): Wenn man Märchen liest, taucht man ein in eine Welt der Fantasie, in der auf einmal alles möglich scheint. Gleichzeitig ist man über die alten Mythen und Geschichten doch auch mit dem realen Leben verbunden, wenn sie z.B. die immer wiederkehrenden Träume und Wünsche oder auch die Ängste der Menschen seit Urzeiten widerspiegeln.

Florian Lukas (Prinz Leopold in "Die Gänsemagd"): In den meisten Märchen siegen Mut und Liebe. Und wenn das nicht reicht, wird gezaubert. So wünscht man sich doch das Leben, oder?

Gottfried John (König in "Rumpelstilzchen"): Das Surreale.

Kristian Kiehling (Prinz Moritz in "Rumpelstilzchen"): Die Einfachheit. Wo Schriftsteller und Autoren seitenlang Figuren und Situationen beschreiben, gibt es beim Märchen nur simple Sätze wie z.B. "Es war einmal ein armer Müller, der hatte eine wunderschöne Tochter…" Die schöne Müllerstochter und ihr armer Vater entstehen allein in meiner Fantasie.

Florian Martens (Bauer Georg in "Die Bremer Stadtmusikanten"): Dass ich mit ihnen meine Kinder ins Bett bekam und bekomme.

Gesine Cukrowski (Bäuerin Martha in "Die Bremer Stadtmusikanten"): Mich interessieren Märchen vor allem kulturgeschichtlich: die Entwicklung der einzelnen Märchen aus der Erzähltradition zur literarischen Sozialisation. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die uns bekannten Märchen der jeweiligen Zeit angepasst. Erziehungsideale von damals stimmen mit den heutigen nicht mehr wirklich überein. Mädchen müssen heute zum Glück nicht mehr nur fleißig und hübsch sein. Als moralische Geschichten haben sie für unsere Kinder aber trotzdem noch viel Kraft.

Anna Maria Mühe (spielt "Die kluge Bauerntochter"): Man kann Kindern mit Märchen auf einfache, spannende und schöne Weise etwas beibringen. Außerdem sind der Fantasie bei Märchen keine Grenzen gesetzt.

Maxim Mehmet (Junger König in "Die kluge Bauerntochter"): Dass sie uralt sind, schon lange vor den Grimms mündlich überliefert wurden und dass in ihnen alles möglich ist.

Rolf Kanies (Hofmeister in "Die kluge Bauerntochter"): Es verging wohl kein Abend, an dem meine Mutter mir nicht ein Märchen vorlas. Irgendwann zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr konnte ich die meisten Märchen auswendig und tat so, als ob ich vorlesen könne. Diese Märchen waren es wohl auch, die meine Fantasie derart anregten, dass ich mir im Alter von vier Jahren Kasperpuppen wünschte und in Aufführungen vor Publikum meine eigenen Märchen erfand.

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