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"In mir tickt eine Zeitbombe"

"In mir tickt eine Zeitbombe"

Interview mit Mickey Rourke
Veröffentlicht:
03.11.2008
 
Sie gelten als schwierig. Hatten Sie diese Schwierigkeiten von Anfang an oder gab es "einen Knacks" in Ihrer Karriere?
Ganz am Anfang wollte ich wie Al Pacino sein oder wie Robert De Niro. Ich hab' viel gearbeitet. Ich hatte keine Freunde, lebte wie ein Mönch. Aber Mitte der 80er, nach meinen ersten Filmen, veränderte sich etwas. Ich habe viel Scheiße gebaut.

Sehen Sie sich eigentlich Ihre alten Filme an?
In der Regel nicht, nein, ich mag mich nicht auf der Leinwand sehen.

Anfang der 90er haben Sie als Schauspieler aufgehört, und sind zunächst Boxer geworden...
Ja, ich habe mich immer mehr für Sport interessiert als fürs Schauspielen. Aber das liegt jetzt alles lang zurück, wir sollten nicht mehr darüber reden. Ich möchte jetzt als das gesehen werden, was ich bin: Ein ernsthafter Schauspieler.

Sind Sie jetzt brav geworden?
(lacht) Schauen Sie: Es gab Zeiten, da bin ich in ein Restaurant gegangen, und alle, die da saßen, guckten auf ihre Teller und fingen an, zu flüstern. Das wollte ich nicht mehr... Ok? Alles, was ich früher gemocht hatte, war weg. Aber eine kleine Zeitbombe wird immer in Mickey Rourke stecken, Ok?

In 'The Wrestler' spielen Sie Ihre erste Hauptrolle seit vielen Jahren. Auf Ihre Oscarnominierung werden bereits Wetten angenommen. Wie hat Sie Regisseur Darren Aronofsky angesprochen?
Unser erstes Treffen war lustig. Ich saß in einem Restaurant im New Yorker West Village als sich Julian Schnabel zu mir umgedreht hat, und mir einen jungen Typ vorgestellt hat: "Hier, das ist Darren Aronofsky - ein schlauer jüdischer Junge aus Brooklyn." (...) Er sagte 'Du bist ein schwieriger Typ'. Ich nickte. 'Du hast Deine Karriere weggeschmissen.' Ich nickte nochmal. Was immer er sagte, er hatte recht.

Dann hat er mir noch gesagt, ich würde während des Drehs keinen Urlaub haben und Geld würde es auch nicht geben. Ich mag Leute, die von Anfang an ehrlich sind.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Obwohl ich ganz fit bin - ob Sie es glauben oder nicht -, und früher ja mal professionell geboxt habe, musste ich ein mörderisches Trainings-Programm absolvieren. Die ganzen Wrestling Stunts habe ich selber gemacht. Wirklich! Sie gucken so zweifelnd...

Sie haben eine Rolle in 'Rain Man' abgelehnt, und einen Auftritt in 'Pulp Fiction'...
Es gab unkluge Entscheidungen. Andererseits ist man hinterher immer schlauer. Sie kennen auch nur die berühmten Filme, die ich NICHT gespielt habe. Aber was glauben Sie, wie viel Scheiße mir angeboten wurde, die ich auch abgelehnt habe, und von der nie wieder jemand was gehört hat.

Wie geht es für Sie weiter?
Ich will gute Sachen machen, meine Zeit nicht mit Mist verschwenden. Ich will Filme drehen, die seriös sind, mit interessanten, integeren Leuten arbeiten, mit Regisseuren, die ich respektier.

Thursday - Ein mörderischer Tag: Tele 5, 5. November, 22.50 Uhr
 
 

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