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Die Herrschaft des Feuers

Die Herrschaft des Feuers

Teaser:
London, 2008: Der junge Quinn (Ben Thornton) besucht seine Mutter (Alice Krige), die an der Erweiterung des Londoner Tunnelsystems mitwirkt, bei der Arbeit. Als er einen frisch freigelegten Hohlraum erkundet, macht er eine schreckliche Entdeckung...

Veröffentlicht:
06.08.2003
 
2020: Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Intelligente, riesengroße Drachen haben die Metropolen des Planeten in Schutt und Asche gelegt, die Menschen wurden unter den Steinen begraben oder von Feuersbrünsten niedergestreckt. Allein in Northumberland, England, gibt es noch eine Handvoll tapferer Männer, Frauen und Kinder, die sich auf eine altes Castle zurückgezogen haben. Ihr Anführer heißt Quinn (jetzt erwachsen, jetzt Christian Bale).

Die Menschen haben nicht mehr viel Hoffnung: Die scheinbare Unbesiegbarkeit der Drachen und ihre große Zahl geben keinen Anlass, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Neben "Star Wars"-Theaterstücken für die Kinder und Hochprozentigem für die Erwachsenen bestimmen vor allem Gebete den Alltag der isolierten Gruppe. Eines Tages rückt der Amerikaner Van Zan mit seiner Anti-Drachen-Guerillatruppe an (mit Panzer und Heli), um den verbarrikadierten Briten ein "Angebot" zu machen.

Quinn ist anfangs mehr als misstrauisch, doch der tätowierte, muskelbeladene Prahlhans ist tatsächlich ein "Dragon Slayer" und seine Kollegin Alex (Izabella Scorupco) hat auch noch herausgefunden, dass...

"Die Herrschaft des Feuers" ist trotz des begrenzten Budgets (britisch-irische Koproduktion) ein visuell fast perfektes Action-Horror-Abenteuer. Die Bilder sind rauchdurchdrungen, düster und werden mit Unmengen von Feuerwalzen ausgeschmückt. Highlights des Films sind aber ohne Zweifel die Drachen selbst und Van Zan, der Obermacho mit dem Zigarrenstummel im Mundwinkel.

Regisseur Rob Bowman zeichnete schon für "Akte X - Der Film" (1998) verantwortlich. Der subtile Horror von "Akte X" ist auch am Anfang von "Die Herrschaft des Feuers" zu spüren, die Drachen sind nicht oder nur kaum zu sehen. Die generell miese Stimmung wird lediglich durch Bilder von brennenden Ruinen und verzweifelten Menschen dargestellt. Doch das ändert sich, und dann geht es Schlag auf Schlag.

Ein Genre-Streifen wie dieser, ein vermeintliches B-Movie, polarisiert zwangsläufig - entweder man ist fasziniert oder man lacht sich kaputt. Van Zan ist dermaßen überzeichnet, dass der Zuschauer ihn nur cool finden kann oder einfach nur lächerlich.

"Die Herrschaft des Feuers" reißt mit, wenn man ohne den tierischen Ernst an die Sache herangeht. Der Amerikaner zeigt dem Briten, wie er gegen Drachen vorzugehen hat. Vorsicht und Zögern hilft da nicht viel, ihr Europäer! Man muss die Quelle des Übels zum Versiegen bringen. Selbstbewusstsein gegen Understatement. Das erinnert doch stark an das Amerika von heute, gell?!

Kritik an der Glorifizierung des Draufgängertums sucht der Zugucker in "Die Herrschaft des Feuers" vergeblich. Zwar ist es Quinn, der am Ende den letzten (weil einzigen) männlichen Feuerspeier zur Strecke bringt, aber es war Van Zan, der den Drachen so schwächte, dass er im wahrsten Sinne am Boden war. Subtile Kritik würde "Die Herrschaft des Feuers" zum Drachenfilm mit Aussage machen, so bleibt leider ein bitterer Beigeschmack.

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