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Star Trek - Nemesis

Star Trek - Nemesis
Teaser:
Ja, es stimmt: Picard, Riker und alle anderen werden nicht jünger und man sieht es ihnen auch langsam aber sicher an. Selbst Data, dem Plastikmann. Das ist bei Gastauftritten kein Problem, man denke da nur an Kirks bzw. William Shatners Nebenhauptrolle in "Star Trek: Treffen der Generationen" (1994). Aber wenn die gesamte Brückencrew und die höheren Offiziere ins Rentenalter kommen, wird es Zeit, "Live long and prosper - aber nicht mehr auf dem Flaggschiff!" zu sagen.

Veröffentlicht:
04.08.2003
"'Star Trek: Nemesis' ist eine Geschichte darüber, wie man Veränderungen akzeptiert", sagt Produzent Rick Berman. "Es geht um Übergangsriten innerhalb einer Familie, die wir seit Jahren kennen, und die nun aufgelöst wird, weil jeder eigene Wege geht." Das wird schon am Untertitel des Films deutlich, der jedem Fan wie ein Messer in die Brust fährt: "Die letzte Reise einer Generation beginnt..."

Viele Jahre sorgte die Crew der Enterprise für Frieden und Ausgleich zwischen den unzähligen Völkern, denen sie im Laufe der Zeit im unendlichen All begegnete. Okay, manchmal auch für etwas Verwirrung. Doch jetzt droht Captain Jean-Luc Picards (Patrick Stewart) "Familie" auseinander zu brechen, denn sein wichtigster Mann, Commander Riker (Jonathan Frakes), geht von Bord, um Kommandant der U.S.S. Titan zu werden.

Der bärtige Frauenschwarm hatte schon viele Angebote, den Chefposten eines Schiffes zu übernehmen, doch bisher lehnte er immer ab. Wer dient schließlich nicht gern auf dem Flaggschiff der Sternenflotte? Aber die Zeiten haben sich geändert - und zwar auch und vor allem in privater Hinsicht: Counselor Troi (Marina Sirtis) und William T. Riker haben nämlich beschlossen zu heiraten...

Der erste Teil der Hochzeit findet in Alaska statt, Rikers frostigem Zuhause. Teil zwei soll auf Betazed, Trois Heimatplaneten, gefeiert werden - aber die Enterprise entdeckt eigenartige elektromagnetische Signaturen auf dem Weg dorthin. Bei einer genaueren Untersuchung stellt sich heraus, dass es sich um Einzelteile eines Prototypen von Data (Brent Spiner), dem bleichgesichtigen Androiden, handeln könnte. Data, Picard und Worf (Michael Dorn) gehen der Sache nach...

Nach dem Zwischenfall und zurück auf Kurs erhält Picard eine Nachricht von einem uns allen vertrauten Admiral, Kathryn Janeway (Kate Mulgrew): Die zweitgefährlichsten Feinde der Föderation nach den Borg, die Romulaner, sollen demnach Verhandlungs- und gar Friedenswillen signalisieren. Grund: Romulus hat einen neuen Anführer, einen neuen Praetor.

Jean-Luc Picard staunt nicht schlecht, als er den Praetor namens Shinzon sieht, denn er stammt nicht von Romulus. Er kommt von Remus. Doch das allein wäre noch kein Grund, den Mund zum "O" zu formen: Shinzon ist ein Klon von Picard...

Picard und seine Truppe verabschieden sich mit einem wahren Action-Feuerwerk. Der Raumschiffzusammenstoß ist nicht nur der Showdown des ganzen Films, sondern wahrscheinlich die spektakulärste Szene aus 15 Jahren "The Next Generation". Patrick Stewart wirkt auch mit über sechzig nicht lächerlich, wenn er sich zum Schluss auf eine Faust-gegen-Messer-Diskussion mit Shinzon alias Tom Hardy einlassen muss.

Dennoch: Der Zenit der Crew ist seit längerem überschritten, "Nemesis" ist nicht mehr als das allerletzte Verbeugen, nachdem der finale Vorhang eigentlich schon hätte fallen sollen. Obwohl sich die Darsteller in den Interviews der Bonus-Features alle Mühe geben, dem Film die obligatorische Portion Star-Trek-Philosophie zu verleihen, liefert er doch nur Bewährtes. Aber wer ein Fan ist, muss auch "Nemesis" gesehen haben.

Die Philosophie findet man sowieso (fast) nur in der Fernsehserie. Die DVD lohnt den Kauf aber vor allem wegen der Boni, die man im TV natürlich nicht zu sehen bekommt. Data alias Brent Spiner und Worf alias Michael Dorn ganz ohne Maske - das ist doch mal interessant!

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