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Samsara - Geist und Leidenschaft

Samsara - Geist und Leidenschaft
Teaser:
Was ist wichtiger, Tashi: tausend Wünschen nachzugeben oder einen einzigen wahrhaftig zu besiegen? Die Frage seines einstigen Lehrers Apo stürzt den jungen Familienvater Tashi in eine große Lebenskrise und ist zugleich das Thema von Pan Nalins atmosphärischem Film "Samsara".

Veröffentlicht:
06.05.2003
Die Geschichte in Kürze: Der junge buddhistische Mönch Tashi (Shawn Ku) wird nach drei Jahren meditativer Einkehr zurück ins Klosterleben geholt. Dort findet er aber nicht wie erwartet den Weg zur Erleuchtung. Stattdessen hat er immer wieder feuchte Träume.

Eines Tages begegnet Tashi der wunderschönen, ach was! - der göttlichen Pema (Christy Chung), die seine bisherigen Überzeugungen komplett über den Haufen wirft, ohne dass sie anfangs aktiv irgendetwas dazu beiträgt. Der Mönch fasst einen Entschluss: "Buddha durfte schließlich auch 29 Jahre lang weltliche Erfahrungen sammeln."

Pema und Tashi treffen sich wieder, heiraten, bekommen einen Sohn. Doch Tashi muss erkennen, dass "die Welt" nicht nur Genüsse für ihn bereithält. Dass es auch da draußen angebracht ist, ein Gewissen und Verantwortungsgefühl zu haben.

Pan Nalin ist eigentlich Dokumentarfilmer, "Samsara" sein erster Spielfilm. Fast zweieinhalb Stunden dauert er, dabei kann man nicht mal sagen, es würde viel gesprochen. Der Regisseur taucht seinen Erstling in einen reich bestückten Bildertopf, in dem neben hellem Sonnengelb und warmem Sepia auch viel tibetisches Höhengrau zu finden ist.

Der Buddhismus ist eine religiöse Philosophie, die lehrt, den Begierden lächelnd den Rücken zu kehren, denen die Mehrzahl der Menschheit blind hinterherhechelt. Pan Nalin scheint dieser Anspruch wohl zu pauschal zu sein, zu radikal vielleicht. In seinem Film ist nicht Tashi, der Mönch, sondern Pema, die Weltliche, diejenige, die das buddhistische Ideal von "Weisheit und Mitgefühl" lebt. Sie pendelt nicht zwischen Askese und rücksichtsloser Leidenschaft hin und her. Sie verzeiht ihm seinen Seitensprung, er sich selber nicht.

Der Regisseur liefert keine Antworten und wirft viele Fragen auf. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn Sie sich schon vorher mit Buddhismus beschäftigt haben. Danach ist es fast schon Pflicht.

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