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Pelle der Eroberer

Pelle der Eroberer
Teaser:
Skandinavien, Ende des 19. Jahrhunderts: Der alternde Witwer Lasse Karlson (Max von Sydow) verlässt zusammen mit seinem etwa elfjährigen Sohn Pelle (Pelle Hvenegaard) die Heimat Schweden, um in Dänemark ein besseres Leben zu finden. "Dort sind die Löhne so hoch, dass Kinder nicht arbeiten müssen, und es gibt Rosinen zum Schweinebraten", verspricht Lasse während der Überfahrt.

Veröffentlicht:
22.01.2003
Auf Bornholm angekommen werden die beiden bei der Suche nach Arbeit jedoch immer wieder abgewiesen, weil der Vater schon zu alt und der Sohn noch zu jung ist. Schließlich kommen sie doch noch unter: als Kuhknechte auf dem Steinhof Kongstrup. Der erhoffte Schweinebraten entpuppt sich als tägliches Heringseinerlei, die Bezahlung verdient die Bezeichnung nicht und die Unterkunft ist mit dem Arbeitsplatz, dem Stall, identisch.

Während Lasse zunehmend resigniert, behält Pelle trotz aller Widrigkeiten seine Neugier und seine Träume. Als er den rebellischen Arbeiter Erik kennen lernt, beschließt der Junge, mit ihm nach Amerika zu gehen. Je mehr Hindernisse sich vor Pelle auftürmen, desto fester glaubt er an seinen Traum...

"Pelle der Eroberer" (1987) ist die Verfilmung des Romans von Martin Andersen Nexö. Naja, sagen wir mal eines Bruchteils des vierbändigen Werkes. Denn Regisseur Bille August ("Das Geisterhaus", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee") musste mit einem Mini-Budget zurechtkommen, wollte aber auf Qualität nicht verzichten. Deshalb beschloss man, sich im Film auf die Kindheitsjahre des Helden zu beschränken.

Der damals noch sehr junge Hauptdarsteller Pelle Hvenegaard trägt übrigens nicht zufällig den selben Vornamen wie die Romanfigur. Seine Mutter war schon 1975, bei Pelles Geburt, ein großer Fan von Andersen Nexös Buch. Als sie einige Jahre später in der Zeitung las, dass ein selbstbewusster Junge für die Rolle des Pelle gesucht würde, meldete sie ihren Sohn gleich für das Casting an.

Das Ergebnis der Aktion kennen wir. Pelle Hvenegaard musste also neben der Hollywood-Legende Max von Sydow ("Hannah und ihre Schwestern", "Minority Report") bestehen und machte ihn sogar - meiner Meinung nach - zum Nebendarsteller. Zum liebenswerten allerdings. Schade, dass ein Talent wie Hvenegaard erst 1998 wieder schauspielerisch in Erscheinung trat (im Kriegsdrama "På fremmed mark"). Vielleicht hört man ja noch von ihm...

"Pelle der Eroberer" wurde 1989 mit dem Oscar und dem Golden Globe für den "Besten fremdsprachigen Film" ausgezeichnet. Wahrscheinlich zu Recht. Dennoch bleibt ein kleiner Wehrmutstropfen: Trotz der beachtlichen Länge von 143 Minuten wirkt die finale Szene doch ziemlich abgehackt. So enden eigentlich Mehrteiler!


"Pelle der Eroberer" ist erschienen bei Concorde Home Entertainment
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