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Signs - Zeichen

Signs - Zeichen

Teaser:
Der Familienvater Graham Hess (Mel Gibson), ein Farmer aus Pennsylvania, ist verbittert: Seit seine Frau Colleen (Patricia Kalember) bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, kann er dem eigenen Dasein nicht mehr viel abgewinnen. Der ehemalige Reverend hat seinen Glauben an Gott verloren. Selbst sein jüngerer Bruder Merrill (Joaquin Phoenix), der nach Colleens Tod zu Graham gezogen ist, kann ihm keine neue Lebensfreude vermitteln.

Veröffentlicht:
25.03.2003
 
Die Tage plätschern so dahin, bis Graham, Merrill und die Kinder Bo und Morgan riesige Muster im Maisfeld neben dem Farmhaus entdecken - Kreise und Linien, gebildet durch fein säuberlich umgeknickte Pflanzen. Das Ausmaß des "Kunstwerks" schließt aus, dass es sich um einen harmlosen Streich handeln könnte. Die Indizien sprechen für etwas Anderes, für etwas eigentlich Unmögliches...

Außerdem: Die "Kornkreise" sind zwar das auffälligste, spektakulärste Phänomen, aber bei weitem nicht das einzige. Isabell beispielsweise, der sonst so gutmütige Schäferhund der Familie, wird immer aggressiver, ohne dass sie irgendjemand am Schwanz gezogen hätte. Die kleine Bo (Abigail Breslin) wird nur durch das beherzte Eingreifen ihres Bruders Morgan (Rory Culkin) vor Schlimmerem bewahrt.

Der intelligente Zehnjährige ist aber nicht nur mutig, sondern auch eine Forschernatur. Mit dem Babyfon macht er Stimmen aus, die nicht von balzenden Heuschrecken stammen können. Als Graham und Merrill bei Dunkelheit eine Gestalt verfolgen, die "unmenschlich" schnell ist und deren Konturen außergewöhnlich schlecht zu erkennen sind, wird aus jeder neu anbrechenden Nacht eine Nervenraspel.

"Signs - Zeichen" ist der dritte Mystery-Thriller des indischstämmigen Regisseurs M. Night Shyamalan. In "The Sixth Sense" (1999) und "Unbreakable - Unzerbrechlich" (2000) arbeitete er mit Superstar Bruce Willis zusammen, jetzt konnte der junge Enthusiast Mel Gibson zum Mitmachen überreden.

Das Ergebnis kann sich zwar sehen lassen, aber den Geniestreich, der Shyamalan (wird "Schamahlan" ausgesprochen) mit "The Sixth Sense" gelang, konnte er nicht wiederholen. Für dieses Gütesiegel fehlt "Signs - Zeichen" einfach der Knalleffekt, die absolute Pointe. In dieser Hinsicht ist der Hollywood-Streifen dem Shyamalan'schen (welch ein Wort!) Frühwerk "Pictures", in dem der pubertierende M. Night (welch ein Name!) von einem ferngesteuerten Auto mit Halloween-Maske zu Fall gebracht wird, gar nicht mal so unähnlich. Beschriebene Sequenz ist glücklicherweise im Bonusbottich der DVD zu finden.

"Signs - Zeichen" bezieht seine Spannung nicht aus der Frage "Aliens oder nicht?", denn die ist relativ früh geklärt. Das Knistern entsteht durch die subtile Vermittlung des Horrors, z.B. durch die "Psycho"-mäßige Musik, das heißt eine sich ständig in allen möglichen Variationen wiederholende Sequenz aus drei Tönen, die dem Zuschauer unterschwellig ankündigt, dass er in ein paar Sekunden zusammenzucken wird. Schlechte Sicht, Huschen, Mutmaßungen, "Hallo?". Lassen Sie das Licht aus, wenn Sie "Signs - Zeichen" zu Hause angucken.

Die ausführende Produzentin Kathleen Kennedy erklärt Shyamalans Stil folgendermaßen: "Die Grundidee ist, dass die eigene Vorstellung einem viel mehr gibt als alles, was man explizit auf die Leinwand bringen kann. Während wir heute denken, dass die Technik alles möglich macht, dreht Shyamalan Filme, in denen die Geschichte der eigentliche Hauptdarsteller ist." Betrachten wir uns "Signs - Zeichen" genauer, hat das Statement durchaus seine Berechtigung. Nur dass nicht die mittelmäßige Story, sondern der inter- bzw. psychoaktive Zuschauer "der eigentliche Hauptdarsteller ist.

"Signs - Zeichen" ist erschienen bei Buena Vista
 
 

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