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Das österreichische Fernsehmagazin
Mo, 11.02.2019 | 23:15-00:15 | ORF 2

kulturMontag

Kulturmagazin, Ö 2019

Wenn es Stars wie Charlotte Rampling, Juliette Binoche oder Catherine Deneuve, Francois Oz, Zhang Yimou oder Christiane Bale in die "Weltstadt mit Herz und Schnauze" zieht, dann sind wieder mal die Bären los. Die 69. und letzte Festivalausgabe von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick lässt sich die internationale Filmprominenz nicht entgehen. In 18 Jahren ist der gebürtige Kölner zum "Mr. Berlinale" avanciert, dessen Markenzeichen – der rote Schal – auch heuer wieder nicht fehlen darf. Ihm ist es gelungen, die Berlinale neben Cannes und Venedig ls drittwichtigstes internationales Filmfestival zu etablieren. Für die Spitze der diesjährigen Jury konnte Kosslick die französische, mehrfach preisgekrönte Schauspielerin Juliette Binoche gewinnen, die schon 1997 bei den Filmfestspielen mit einem Silbernen Bären für ihre Darstellung in "Der englische Patient" ausgezeichnet wurde. 17 Filme aus aller Welt gehen heuer ins Rennen um die begehrten Trophäen. Die beiden Regisseure Fatih Akin und Agnieszka Holland sind sozusagen fast Stammgäste in Berlin. Von der polnischen Regisseurin läuft "Mr. Jones", ein starker Film über einen Journalisten in der Sowjetunion zur Stalinzeit. Keine leichte Kost liefert auch Fatih Akins mit "Der Goldene Handschuh" über einen Frauenmörder in Hamburg. Eröffnet wird das weltgrößte Publikumsfestival mit "The Kindness of Strangers" der dänischen Filmemacherin Lone Scherfig, die 2001 für ihren Dogma-Film "Italienisch für Anfänger" mit dem Preis der Jury gewürdigt wurde. Die Österreich-Präsenz auf der heurigen Berlinale wächst. Mit "Der Boden unter den Füßen" ist Marie Kreutzer im Rennen um den Goldenen Bären vertreten. Ihr vom ORF ko-finanziertes Drama rund um eine junge und erfolgreiche Unternehmensberaterin mit einem großen Geheimnis hat sie mit Valerie Pachner, Pia Hierzegger und Mavie Hörbiger prominent besetzt. In der "Forum"-Sparte sind die Filmadaption von Elfriede Jelineks Roman "Die Kinder der Toten", das in Zusammenarbeit mit dem steirschen herbst entstanden ist, und Nikolaus Geyrhalters neues Dokumentararbeit "Erde" zu sehen. Darin beschäftigt sich der stets gesellschaftspolitisch engagierte Filmemacher mit den Großbaustellen und Minen des Planeten, den Menschen im Kampf mit der Kruste jener Erde, auf der sie leben. Für Aufsehen sorgen wird Österreichs Serien- Mastermind David Schalko mit "M – eine Stadt sucht ihren Mörder", seiner "Coverversion" des Klassikers von Fritz Lang aus dem Jahr 1931. Die sechsteilige ORF/RTL-Koproduktion feiert in der Reihe "Berlinale Series" im legendären Zoopalast Weltpremiere. Für seine Adaption konnte Schalko Stars wie Verena Altenberger, Lars Eidinger, Sophie Rois, Murathan Muslu oder Udo Kier gewinnen. Während in Fritz Langs "M" ein Kindsmörder das Berlin der Zwischenkriegszeit in Angst und Schrecken versetzt, verlegt Schalko die Geschichte ins Wien der Gegenwart. Immer mehr Kinder verschwinden und Politiker schieben einander gegenseitig die Schuld zu. Die bildgewaltige, mitreißende wie hochexplosive Serie ist ab 17. Februar im ORF zu sehen. Neben "M" wird auch Stefan Ruzowitzkys Serie "8 Tage", in der sich eine Berliner Familie versucht, vor einem nahenden Asteorideneinschlag in Sicherheit zu bringen, dort zum ersten Mal gezeigt. All das verschmilzt in Berlin zu einem kreativ-konsumtiv-merkantilen Gesamtkunstwerk, das alljährlich Hunderttausende anlockt. Die Metropole im Hintergrund tut ihr Übriges. Berlin, ein weltoffener und aufregender Kulturschauplatz von ungebrochener Anziehungskraft, dem sich auch österreichische Künstler nicht entziehen können. Schon der Aktionist Günter Brus und der Schriftsteller und Gastronom Oswald Wiener flohen in den 1970er Jahren aus dem engen, konservativen Wien in die Spree-Stadt. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1989 zog es nicht nur die Politik nach Berlin, sondern auch Verlage, Musiklabels und Medien. Mit den Unternehmen und Ausgehmeilen entstand ein regelrechter Hype. Seitdem strömen die Massen in die hippe eklektische Metropole,

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