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Das österreichische Fernsehmagazin
Fr, 13.10.2017 | 20:15-21:00 | 3sat

Illegale Autorennen

Der Kick, der Menschen killt
Reportage, D 2016

Annika S. ist das Opfer eines Rasers. Vor fünf Jahren knallte er in das Taxi, in dem sie saß und dabei schwer verletzt wurde. Der Täter ist mitten im Straßenverkehr ein Wettrennen gefahren. Die Sendung zeigt, was ein Raser-Unfall für die Betroffenen bedeutet und wie sie ein Leben lang mit den Folgen zu tun haben. Und sie fragt: Was hilft wirklich gegen illegale Autorennen: Mehr Kontrollen? Härtere Strafen? Oder legale Ersatz-Rennen? Annika und ihre Freundin wurden schwer verletzt. Knochenbrüche, Blasenriss, Wirbelsäule angeknackst - mit Glück überlebten sie den Unfall. Lange hat Annika überlegt, ob sie Ihre Geschichte erzählen will. Zu viele Bilder, die dann wieder hochkommen. "Eigentlich hat sich so ziemlich alles in meinem Leben dadurch verändert", sagt sie heute. Der Raser wurde damals erwischt. Er bekam sechs Monate auf Bewährung. Jetzt wurde in Berlin zum ersten Mal ein Raser wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Ob es dabei bleibt, ist unklar, denn die Anwälte wollen Revision einlegen. Viele andere Raser wurden bisher - wie in Annikas Fall - lediglich mit Bewährungsstrafen oder drei Monaten Führerscheinentzug bestraft. Denn ein spezielles Raser-Gesetz gibt es in Deutschland immer noch nicht. Dabei gab es 2016 gleich zwei Versuche, dies zu ändern. Die Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen haben eine Bundesratsinitiative gestartet, und auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, der härtere Strafen für illegale Autorennen fordert. Doch passiert ist seitdem nichts.

Originaltitel:
Illegale Autorennen - Der Kick, der Menschen killt
10.61.5.114