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Di, 23.11.2021 | 09:45-09:57 | Ö1

Radiokolleg

Radio

Um die Vermarktung zu erleichtern wird die Musik gerne kategorisiert: Ernste Musik und U-Musik, und innerhalb der ernsten Musik wiederum in Alte Musik, Barock-, Klassik-, Wiener Klassik, Romantik bis hin zur Zwölfton- und Neuen Musik. Spätestens bei letzterer beginnen Überschneidungen mit Instrumentierung, Rhythmisierung und Aufführungspraxis die eher in der U-Musik beheimatet sind. Innerhalb der Unterhaltungsmusik sieht es ähnlich aus: sie beginnt mit indigener, volkstümlicher und religiöser Musik, die schließlich in den 1920erjahren im Blues und dessen Weiterentwicklung im Jazz zusammenfinden. Und dann entwickeln sich wieder verschiedene Strömungen – Jazz wird als die ernste U-Musik verstanden während Rock und Pop, später Disco und Punk zur leichten Unterhaltung zählen. (Musikaficionados mögen mir diese Klassifizierung verzeihen). Und dann kommen die Siebzigerjahre und der Jazz bricht auf im Funk. Auf den Bühnen stehen Rhythm-Sections mit Bongos, Congas und Rahmentrommeln neben dem klassischen Schlagzeug. Die Musik wird bereichert durch Flöte, Harfe, Bandoneon, aber auch fetzige Gitarrenriffs, überhaupt – Gitarre! – and Bass goes electric. Die Baseline bzw. Bass-Linie definiert die Musik neu. Von Miles Davis und seinen Bandprojekten über Joe Zawinuls Weather Report bis zu Chick Coreas Return To Forever – anything goes und Jazz wird zu Unterhaltung pur ... aber nicht nur ... natürlich.

10.61.5.113