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Mo, 11.10.2021 | 21:00-21:30 | hessen fernsehen

Leben retten statt Ruhestand

Eine Ärztin zwischen Hamburg und Nairobi

" Brigitte Glindemann ist Rentnerin und Großmutter. Sie hat in ihrem Beruf als Chirurgin gut verdient und könnte eigentlich ihr Leben genießen. Doch Brigitte Glindemann versorgt zu Hause Obdachlose, Geflüchtete und Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in einem gemeinnützigen Projekt. Darunter sind auch viele Afrikaner, die ohne Papiere und Versicherung in Hamburg leben. Das ist Brigitte Glindemann egal, denn sie weiß, was Armut und Perspektivlosigkeit in Afrika bedeuten. Sie hilft nicht nur Menschen in Hamburg, ein- bis zweimal im Jahr fliegt sie für sechs Wochen nach Nairobi. Dort leistet sie für den Verein "German Doctors" ehrenamtlich Nothilfe im Mathare-Slum, wo 400.000 Menschen in Wellblechhütten hausen. Die Baracke der Organisation "German Doctors" mitten im Slum ist die einzige ärztliche Anlaufstelle für die Slum-Bewohner. Die meisten von ihnen sind nicht krankenversichert, haben kaum Geld, um die Familie ernähren zu können. Rund 400 Patienten warten ab sechs Uhr morgens vor der Baracke. Brigitte Glindemann und die anderen Ärztinnen haben hier mit Krankheiten und Infektionen zu kämpfen, die in Deutschland so nicht vorkommen. Neben Malaria, schwersten Haut- und Knocheninfektionen, muss Brigitte Glindemann Unterernährung, Tuberkulose und Aids behandeln. Dabei muss sie immer wieder mit der Ohnmacht leben, nur begrenzt helfen zu können. Teure Operationen oder Therapien können sich die Patienten meist nicht leisten. Ihre Kollegin Heidi Ehlen hat in Hamburg 40 Jahre lang eine Praxis geleitet. Sie hilft gemeinsam mit Brigitte Glindemann in der Baracke in Nairobi und ist mit der Sozialarbeiterin Rose im Slum unterwegs.

Originaltitel:
Leben retten statt Ruhestand: Eine Ärztin zwischen Hamburg und Nairobi
10.61.5.114