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Detailbild Einfach raus
So, 03.10.2021 | 01:55-03:20 | MDR

Einfach raus

Einfach raus – ein Wunsch, den der 18-jährige Andreas schon länger hegt. Einfach raus aus der DDR, in den Westen abhauen, um dort seinen Lebenstraum zu verwirklichen und Physik zu studieren. Plötzlich, im historischen Sommer 1989, wird sein Traum Wirklichkeit. Die ungarisch-österreichische Grenze wird überraschend geöffnet, die ersten Flüchtlinge bitten in der bundesdeutschen Botschaft in Budapest um Asyl. Als Andreas mit seinen Eltern Urlaub auf einem Campingplatz in Ungarn verbringt, nutzt er die Gelegenheit und versucht, sich bei Nacht und Nebel in den Westen abzusetzen. Für seine Eltern hingegen, das Lehrer-Ehepaar Karin und Joachim Hallbrandt, ist die Vorstellung, einfach raus in den Westen zu gehen, erschreckend. Undenkbar für sie, gerade jetzt den Heimatstaat zu verlassen. Auf seiner Odyssee vor den Wirren der weltpolitischen Ereignisse lernt Andreas Manfred und Renate Reimann sowie deren 16-jährige Tochter Martina kennen. Während das Ehepaar schon detaillierte Fluchtpläne ausgearbeitet hat und ebenfalls in der Botschaft um Asyl bitten will, ist für Martina die Welt noch in Ordnung. Völlig überrascht von den Plänen ihrer Eltern, fühlt sie sich verraten, weil sie nicht schon vorher eingeweiht wurde. Ebenso beschließt die 22-jährige Michelle während eines Urlaubs mit ihrer Clique in Ungarn, sich in den Westen abzusetzen, um endlich so leben zu können, wie sie es sich vorstellt. Sie plant dabei auch die Trennung von ihrem Freund Hans ein, für den eine Flucht ohnehin nicht in Frage käme. Er würde seine verwitwete Mutter und seinen schwer behinderten Bruder nie im Stich lassen. Doch so einfach, wie sich die Flüchtenden den Weg in den Westen vorgestellt haben, ist er nicht. Andreas wird an der Grenze geschnappt und landet erst einmal in einem ungarischen Gefängnis. Ehepaar Reimann schafft es zwar, in der deutschen Botschaft aufgenommen zu werden, aber die ist bereits hoffnungslos überfüllt. In der Enge brechen unterschwellige Aggressionen offen aus. Auch Martina, die sich in ein von deutschen Maltesern betreutes Lager durchschlägt und dort Andreas wiedertrifft, lernt schnell die Probleme kennen, die entstehen, wenn ostdeutsche und westdeutsche Lebensansichten hart aufeinanderprallen. Da trifft die Nachricht ein, die alles ändert: Die ungarische Regierung hat die provisorische Entscheidung getroffen, DDR-Bürger nach Österreich ausreisen zu lassen. Mitten in der euphorischen Feier geben sich Andreas und Michelle ein Versprechen. Genau zehn Jahre später wollen sie sich am selben Ort wiedertreffen. Ob es ihnen bis dahin gelingt, ihre Lebensträume im Westen zu verwirklichen?

Regie:
Peter Vogel
Schauspieler:
Ulrich Mühe (Manfred Reimann)
Fabian Busch (Andreas Hallbrandt)
Renate Krößner (Karin Hallbrandt)
Bernd Stegemann (Joachim Hallbrandt)
Inga Busch (Michelle)
Susanne Lothar (Renate Reimann)
Cosma Shiva Hagen (Martina Reimann)
Max Urlacher (Hans)
Andreas Elsholz (Mitarbeiter Malteser Hilfsdienst)
Thomas Arnold (Jörg)
10.61.5.115