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Sa, 17.07.2021 | 06:56-07:00 | Ö1

Gedanken für den Tag

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Arnold Schönberg gilt als einer der einflussreichsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts und war die zentrale Gestalt der Zweiten Wiener Schule. Ihr Bestreben, die Tonalität in ihrer spätromantischen Erscheinungsform konsequent zu Ende zu denken, mündete schließlich in die Zwölftontechnik. Fragen der Religion beschäftigten den Komponisten Arnold Schönberg ein Leben lang, besonders aber am Beginn der 1920er-Jahre. Im Juli 1922 schreibt Arnold Schönberg, tief getroffen und desillusioniert durch den Zusammenbruch der alten Ordnung nach dem Ersten Weltkrieg, "durch die Umstürzung all dessen, woran man früher geglaubt hat", in einem Brief an Wassily Kandinsky, dass ihm die Religion "in diesen Jahren seine einzige Stütze" gewesen sei. 1898 war Schönberg zum Protestantismus konvertiert, antisemitische Anfeindungen führten nun zu seiner Rückwendung zum Judentum, die 1933 zum Wiedereintritt in die jüdische Gemeinschaft führte. Religiöse Themen durchziehen auch sein musikalisches Werk: etwa die Oper "Moses und Aron", die im Zeichen seiner Beschäftigung mit dem Judentum stand oder sein letztlich unvollendet gebliebenes Oratorium "Die Jakobsleiter", das den Höhepunkt seiner Auseinandersetzung mit Theosophie und Anthroposophie darstellt. Die Machtergreifung durch die Nazis zwang Schönberg 1933 zur Emigration in die USA, wo er ab 1936 bis zu seinem Tod am 13. Juli 1951 einen Lehrstuhl für Komposition an der University of California Los Angeles innehatte.

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