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Detailbild 90 Jahre Schauinslandbahn – Freiburgs Tor zur Bergwelt
Do, 13.05.2021 | 19:00-19:45 | SWR

90 Jahre Schauinslandbahn – Freiburgs Tor zur Bergwelt

Am 17. Juli 1930 eröffnet am Schauinsland die erste Großkabinenseilbahn der Welt mit umlaufenden Kabinen. Georg Benoit, der Ingenieur aus Karlsruhe, der die Bahn baute, spricht von einem Meilenstein der Technik. Freiburgs damaliger OB Karl Bender, der in der ersten Gondel nach oben fährt, strahlt vor Stolz. Seither gehört die Bahn zum Leben der Freiburger*innen, verbindet sie doch den Freiburger Schwarzwald-Hausberg mit der Innenstadt. Die SWR Doku zeigt historisches Material seit dem Bau 1930 und fünf Menschen, deren Leben die Bahn noch heute bestimmt. Sie beleuchtet auch andere urbane Seilbahnprojekte, die für neue Verkehrskonzepte stehen – in Koblenz und auf dem Belchen. Christoph Tillmanns hat eine Dauerkarte. Mindestens zweimal in der Woche nimmt er die Bahn, nicht auf den Berg, sondern runter. Der Richter am Freiburger Arbeitsgericht läuft morgens vor der Arbeit auf den 1283 Meter hohen Schauinsland – oft zusammen mit einem Kollegen. Und weil ihm sein Orthopäde verboten hat, runter zu laufen, nimmt er die Bahn. Im Winter hängt über der Stadt oft dichter Nebel. Doch auf dem Berg scheint die Sonne, sodass man dort auch im Januar ein T-Shirt tragen kann – so wie Aninja Sieber Pinheiro. Sie hat ihrem Mann Carlos zum 40. Geburtstag eine Fahrt auf den Berg mit anschließendem Sektfrühstück in der Bergstation geschenkt. Günter Voigt schwärmt für seine Schauinslandbahn. Er ist seit Jahren der technische Leiter und kennt die "alte Dame" von innen. Er schwärmt von ihrer Einmaligkeit, von den Gondeln, die wie ein Paternoster im Kreis herumfahren und dadurch viel mehr Gäste befördern als eine Großkabinen-Pendelbahn. Wenn bei schönem Wetter der Parkplatz voll ist, dann klinkt er einfach mehr Gondeln ein. Seit 90 Jahren der ökologischste Weg, von Freiburg auf den Berg zu kommen. Bei einer Vorort-Besichtigung auf dem Schauinsland formulierte der Freiburger Stadtrat 1893 die Devise: "Dieser Berg muss für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden". Das dauerte zwar noch fast 40 Jahre, aber der Beginn der Seilbahn war ein touristisch-ökologisches Projekt des öffentlichen Nahverkehrs.

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