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Do, 22.04.2021 | 09:45-09:57 | Ö1

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*Sigrid Horn* "Niemand singt derzeit ergreifendere Dialektlieder als Sigrid Horn." Sagt der Popkritiker der Wiener Stadtzeitung "Falter", Gerhard Stöger. Man mag das für ein überschießendes Zeichen professioneller Kunstbewertung halten, aber hier sind sich viele Expertinnen und Experten einig: diese Musik ist berückend schön, reduziert, eindrücklich – eine Art Kammermusik, wie es die Wiener Zeitung formulierte, oder auch Volkskunstlied. Pop – im Sinne von oberflächlich populistischer Musik – ist es jedenfalls nicht. Sigrid Horn ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Sie spielt Ukulele, Saxofon und Klavier, manchmal solo, oft zu zweit oder im Trio mit Sarah Metzler an der Harfe und dem Multiinstrumentalisten Bernhard Scheiblauer. 1990 in Neuhofen an der Ybbs geboren, tritt sie seit ihrem 16. Lebensjahr als Sängerin auf. Zunächst im Quartett Wosisig, danach im Spoken Word- und HipHop-Poetry-Umfeld um Yasmo und Mieze Medusa. 2019 gewann sie den FM4-Protestsong-Contest mit dem Lied "baun", das sich gegen die zunehmende Zersiedelung der österreichischen Landschaft wendet. Kurz zuvor war mit "sog i bin weg" ihr erstes Album unter eigenem Namen erschienen, im Frühjahr 2020 folgte "I bleib do", dessen Live-Umsetzung weitgehend der Pandemie zum Opfer fiel. Ein Ankommen? Eher eine Zwischenstation auf dem Pfad zu weiteren markanten Wegpunkten. Sigrid Horn ist gekommen um zu bleiben.

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