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Do, 22.04.2021 | 08:55-09:00 | Ö1

Vom Leben der Natur

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Die Kroatische Gebirgseidechse ist eine von fünf in Österreich heimischen Eidechsenarten und gilt hierzulande als die seltenste. Sie wird oft mit der häufigeren Mauereidechse verwechselt, mit der sie sich den Lebensraum teilt. Man bekommt sie aber auch deshalb wesentlich seltener zu Gesicht, da sich die Kroatische Gebirgseidechse, Iberolacerta horvathi, vorwiegend auf strukturreichen Felsen aufhält und sich gerne in den kühlen und sicheren Felsspalten zurückzieht. Die Habitate der schlanken, zierlichen Eidechse finden sich meistens zwischen 600 und 1200 Höhenmetern. Neben den Funden in Österreich, ist die Art in Kroatien, Slowenien und Italien nachgewiesen. Weitere sieben Arten der Gattung Iberolacerta, sind auf der iberischen Halbinsel beheimatet. Diese weite Distanz zwischen der Kroatischen Gebirgseidechse zu ihren nächsten Verwandten ergab sich durch die letzte Eiszeit, in der vergletscherte Gebiete die Populationen trennten. 1986 wurde Iberolacerta horvathi das erste Mal in Österreich gefunden. Seither versucht die Forschung weitere Populationen und Lebensräume zu finden und zu dokumentieren. Karin Ernst vom Naturhistorischen Museum Wien hat sich in ihrer Masterarbeit dieser Aufgabe gewidmet, wobei sie eine Computermodellierung benutzte, um potenziell geeignete Habitate zu finden. Unter Berücksichtigung verschiedener Umweltvariablen, etwa über das Klima, die Sonneneinstrahlung oder die Distanz zu Gewässern, wies das Modell passende Lebensräume für die Kroatische Gebirgseidechse auf der österreichischen Landkarte aus. Auf Basis dieser Daten machte Karin Ernst eine Freilandstudie und besuchte 21 Tälern auf der Suche nach der Kroatische Gebirgseidechse. So konnte Iberolacerta horvathi erstmals an weiteren 10 Standorten nachgewiesen werden.

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