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Di, 06.04.2021 | 23:03-00:00 | Ö1

Zeit-Ton

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"A Line above the Sky" gilt als eine der schwierigsten Kletterroute der Welt – ein 40 Meter langer horizontaler Überhang einer Grotte in den Dolomiten. Der österreichische Komponist Thomas Larcher hat seine 3. Sinfonie diesen Beinamen gegeben – in Erinnerung an den Briten Tom Ballard, der diese Kletterroute erstmals im Drytooling-Stil (also mit Eisgeräten im Fels) durchstiegen hat und der im Februar 2019 im Naga Parbat ums Leben gekommen ist. Larcher, der selbst als Tiroler eine enge Beziehung zu den Bergen hat, war durch die Nachricht von Ballards Tod tief betroffen und hat daher entschieden, ihm diese Sinfonie zu widmen. "Ich habe viele Jahre in der Nähe der Berge gelebt und wurde von ihnen inspiriert, erleuchtet und getröstet", so Thomas Larcher. "Aber ich konnte nie eine Antwort darauf finden, wie man sich bewusst einem solch extremen Risiko aussetzen kann. Diese Gedanken führen mich zu der Frage, was das Leben ist und wie würdig man dessen ist (und was das eigene Leben für andere wert sein könnte). Diese Sinfonie ist Zeugnis für das Leben im ersten Satz und eine 'Trauermusik' im zweiten." Das Werk wurde gemeinsam von mehreren Orchestern in Auftrag gegeben: Concertgebouw Amsterdam, City of Birmingham Symphony Orchestra, Filharmonie Brno, Sveriges Radio, Symphonieorchester Vorarlberg und Orquesta Sinfónica de Castilla y León. Wir senden den Uraufführungsmitschnitt aus Brünn mit der Philharmonie Brünn unter Dennis Russell Davies vom 5. Februar 2021.

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