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Do, 11.03.2021 | 17:55-18:00 | Ö1

Betrifft: Geschichte

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Das Mittelmeer mit seinen Inseln, Küsten und Städten gehört zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen der Europäer/innen. Gleichzeitig spielen sich hier seit Jahren Flüchtlingstragödien ab – mitverursacht und verstärkt durch eine Politik der Abschottung. Der Mittelmeerraum von Gibraltar bis zur Ägäis aber prägt seit Jahrhunderten Europas Geschichte und Gestalt. Insbesondere in den mediterranen Hafenstädten – von Alexandria bis Marseille, von Barcelona bis Saloniki, aber auch Odessa oder Sewastopol am Schwarzen Meer – lebten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur über lange Phasen zusammen, oder doch zumindest friedlich nebeneinander. Durch den ständigen Kontakt mit Fremden, durch das Kommen und Gehen, ergaben sich fruchtbare Impulse auf das wirtschaftliche, geistige und kulturelle Leben. In dieser vitalen Urbanität am Mittelmeer und am Schwarzen Meer nahm vieles, das heute als "essenziell europäisch" gilt, seinen Ausgang. Heute gerät diese Vielfalt unter Vereinheitlichungsdruck. Doch die propagierte Wiederherstellung einer Homogenität entlarvt sich als absurde Illusion. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass Ablehnung oder Vertreibung von Bevölkerungsgruppen als unerwünschte "Fremde" stets geschadet hat. Und ein Blick in die Zukunft lässt am Horizont Chancen für ein friedliches Zusammenleben erkennen, das aus einer Kooperation mit diesen dynamischen Mittelmeerstädten erwachsen könnte.

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10.61.5.115