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Do, 04.03.2021 | 21:00-21:55 | Ö1

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Die renommierte Literaturkritikerin Daniela Strigl nimmt nicht nur literarische Werke unter die Lupe, sondern auch ihr eigenes Metier. Schließlich sei es doch die Aufgabe der Literaturkritik, "zum Lesen guter Bücher zu verführen", meint die Wienerin, die 2001 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet wurde. Das Schlimmste sei es, wenn eine Kritiker/in sich beim Schreiben langweile, schreibt sie in ihrem Buch "Alles muss man selber machen", das 2018 bei Droschl erschienen ist. "Was mich an der aktuellen kritischen Landschaft stört, ist die Übermacht des lustlos Geschriebenen", mahnt sie da und richtet ihren uneitle Blick auch auf die eigene Arbeit. In ihren Beruf sei sie hineingerutscht, meint die 1964 geborene Literaturkritikerin. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft in ihrer Geburtsstadt Wien arbeitete Daniela Strigl zunächst für das von Jörg Mauthe gegründete "Wiener Journal", später schrieb sie Literatur- und Theaterkritiken für "Der Standard", "Die Presse", "Literatur und Kritik" und "Die Zeit". Von 2003 bis 2008 und 2011 bis 2014 war sie Jurymitglied des Bachmann-Wettbewerbs, seit 2013 lehrt sie Neuere Deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Wien. Renata Schmidtkunz spricht mit der Daniela Strigl über das Gute an Verrissen und darüber, wieso Literaturkritik sowohl Gelassenheit als auch Egoismus braucht.

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