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Detailbild Unsere Angst – Erforschung eines Urgefühls
Do, 14.01.2021 | 20:17-21:00 | 3sat

Unsere Angst – Erforschung eines Urgefühls

Zittern, Herzrasen, Schweißausbrüche, Stress pur – Angst ist überlebenswichtig, aber sie kann auch krank machen. Warum sind Angststörungen auf dem Vormarsch? Gibt es eine Pille gegen Angst? Bei Angstreaktionen übernimmt im Gehirn die Amygdala die Kontrolle über Körper und Geist. In den letzten Jahren ist es Wissenschaftlern auf der ganzen Welt gelungen, die menschliche Angst weiter zu entschlüsseln und völlig neue Ansätze für Therapien zu entwickeln. Die niederländische Forscherin Merel Kindt zum Beispiel behauptet, eine Pille gegen die Angst entdeckt zu haben. Eine dreiminütige Konfrontation mit der angstauslösenden Situation, danach eine Nacht Schlaf und ein Betablocker – und schon sollen Menschen mit Klaustrophobie, Angst vor Spinnen, Mäusen oder gar Hühnern völlig angstfrei sein. Unser Angstgedächtnis sorgt dafür, dass wir bedrohliche Erlebnisse nicht vergessen. Das kann hilfreich sein, doch manchmal verselbständigen sich solche Erinnerungen. Am Universitätsklinikum Freiburg untersucht das Team um die Psychiaterin Katharina Domschke die Ursache von Panikattacken. Überaschende Erkenntnis für Betroffene: Viele Angstanfälle werden unbewusst von den Patienten selbst ausgelöst oder provoziert. Wie genau, zeigen die Experten im Laborversuch. Wie beeinflusst die Corona-Pandemie unser Angstempfinden? Kann man Höhenangst mithilfe von Virtual Reality besiegen? Weshalb gruseln sich viele Menschen so schrecklich gern, und welche positiven Effekte hat das? Es gibt auch Menschen, die scheinbar vor nichts Angst haben. Motocross-Champion Kyle Demelo etwa ist bereits unzählige Male gestürzt – und setzt sich trotzdem immer wieder auf sein Motorrad, um damit durch die Halfpipe zu fliegen. Der Neuropsychologe David Zald untersucht, warum Kyles Angstzentrum nicht so funktioniert wie das von Menschen, die Angst empfinden. Ist Kyle wirklich furchtlos – oder hat er einfach keine Angst vor der Angst? "WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit einem interdisziplinären Team von Experten.

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