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Fr, 04.12.2020 | 08:55-09:00 | Ö1

Vom Leben der Natur

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Die Vielfalt im Gemüseangebot ist durch den Umstieg auf industrielle Strukturen stark zurückgegangen. Zwar gibt es auch im gut sortierten Supermarkt heute mehr Breite als noch vor 15, 20 Jahren. Dennoch waren vor 100 Jahren ca. 60 weitere Pflanzenarten als Gemüse in der täglichen Verwendung. Vieles davon passt nicht zu den heutigen Systemen der Vermarktung, mit ihren ausgefeilten Lieferketten. Bessere Voraussetzungen gibt es, wenn Produzent/innen und Konsument/innen wieder näher aneinanderrücken. Und es gibt auch einen Aufbruch in diese Richtung. Zahlreiche Ansätze versuchen die Feingemüseproduktion wieder in die Städte zu verlagern, die Wege kurz zu halten, und so auch ressourceneffizient zu arbeiten. Die propagierten High-Tech-Methoden benötigen in der Realität aber oft sehr hohe Energieeinsätze. Ein gangbarer Weg könnte das "market gardening" sein, im deutschen wird auch von "Marktgärtnereien" gesprochen. Auch sie setzen auf kurze Wege und höhere Erträge durch Direktvermarktung. In vielem gleichen sie traditionellen Gärtnereien, die auf kleiner Fläche viele verschiedene Gemüsearten produziert haben. Neue, moderne Methoden sollen aber dazu beitragen, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften. Auch wenn viel Handarbeit notwendig ist, wird Effizienz auf unterschiedlichen Ebenen angestrebt. Das gilt für die eingesetzten Ressourcen und Energieaufwände ebenso, wie für die eigene Arbeitsbelastung.

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