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Detailbild unicato
Do, 19.11.2020 | 00:10-01:10 | MDR

unicato

Junger Film im MDR
Kulturmagazin, D 2020

Provinz Das Wort "Provinz" hat sich zu einem Sammelbegriff für Landschaften, Städte und Regionen entwickelt, die laut Duden "in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht im Allgemeinen wenig zu bieten haben". "unicato" zeigt, dass die Provinz reich an Geschichten, Konflikten und großartigen Bildern ist. War der deutsche Heimatfilm als Spiegelbild der Provinz in den 1950er Jahren noch ein angestaubtes Genre, das den Erinnerungen des Zweiten Weltkrieges eine heile Welt mit singenden Förstern und fleißigen Bäuerinnen entgegensetzte, so entwickelte sich in den letzten 40 Jahren der filmische Blick auf die ländlichen Regionen zum kritischem Spiegelbild unserer Gesellschaft. "unicato" stellt einige dieser Produktionen und Entwicklungen vor. Moderator Markus Kavka besucht das Filmfest Eberswalde, die Provinziale, und spricht mit den Organisatoren Kenneth Anders und Sascha Leeske. Linda Söffker von Perspektive Deutsches Kino der Berlinale spricht über die Entwicklung des jungen deutschen Heimatfilms. Die Lausitz – eine Region im Schatten der Energiewende, geprägt von zwei Sprachen: Von den besonderen Herausforderungen der Lausitzer Filmschaffenden berichtet Dokumentarfilmerin Grit Lemke ("Gundermann Revier"). Willy Hans, Regisseur der Filmreihe "Das satanische Dickicht", die im Hamburger Umland spielt, spricht mit "unicato" über die besondere Konstellation "Städter auf dem Land". Kino für alle – mit dem Projekt "Kino in Bewegung" zeigen Kunststudierende und Lehrende der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Kurzfilme im ländlichen Raum. Im Interview dazu sind Carsten Möller (HGB) und Juliane Jaschnow, die mit der Initiative "Aurora Kino" dem ländlichen Kino-Sterben entgegenwirken will. Filme in der Sendung: "107 Mal" von Felix Grimm & Kristin Krüger (Dokfilm, D 2005, 2 min) -9 Grad Celsius in der Provinz in Sachsen-Anhalt. Robert und seinen Bruder stört das wenig. "Waldstück" von Hannes Schilling (Dokfilm, D 2019, 25 min) Östlich von Berlin befand sich ein Arbeitslager der Nazis. Eine Zeitzeugin, drei Denkmalpfleger und zwei Kriegsgräber sollen in dem Waldstück nach Spuren suchen. Konfrontiert mit Tagebucheinträgen ehemaliger Häftlinge zeigen sich die Folgen einer verblassenden Erinnerungskultur. "Gabi" von Michael Fetter Nathansky (Spielfilm, D 2017, 30 min) Gabi ist Fliesenlegerin, Marco ihr Azubi. Seit einiger Zeit probt Marco mit Gabi in den Arbeitspausen das Schlussmachen mit seiner Freundin. In diesem Spielprinzip findet Gabi eine Möglichkeit, gegen die Leere in ihrem Leben anzukämpfen. "Elsbeth Maschek in Crashland" von RP Kahl (Videoessay, D 2013, 30 min) Die Braunkohleabbaugebiete in der Lausitz – auch RPKahls Großmutter Elsbeth Maschke lebte dort. In mehreren Begegnungen dokumentiert Kahl ihre sehr persönlichen Erzählungen aus der Geschichte dieser Gegend. "Struga – Bilder einer Landschaft" von Konrad Herrmann (Dokfilm, DDR 1972, 27 min) Filmgedicht über die Bedrohung des sorbischen Lebens durch den Braunkohleabbau und die Zerstörung der Heidelandschaft um das Dorf Schleife. "Dunkeldeutschland" von Juliane Jaschnow & Stefanie Schroeder (Experimentalfilm, D 2015, 14 min) Die ehemalige Industrieregion Halle/Bitterfeld will sich ihres Rufs entledigen: Fabriken und Schornsteine verschwinden – Wellnesscenter breiten sich aus, Schafe grasen unter Solarpanels. Unter der neuen Oberfläche lagert die Vergangenheit. "Das satanische Dickicht 1" von Willy Hans (Spielfilm, D 2014, 30 min) Andere zu verstehen ist nicht einfach: Ein Huhn wird getötet, ein Lied gesungen, ein See durchschwommen und eine Anhalterin weiß nicht, wohin sie will. "Apfelmus" von Alexander Gratzer (Animation, AT 2019, 7 min) Seltene Nestbewohner und zwei Eisbären in einer dunklen Höhle führen existenzphilosophische Dialoge über die wichtigen Fragen des Lebens.

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10.61.5.114