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Do, 17.09.2020 | 14:05-15:30 | Ö1

Stimmen hören

Radio

Der unverwechselbare Schmelz, die schlafwandlerische Stilsicherheit in allen Sparten, von Barock bis zu zeitgenössischer Musik, in Lieder, Oper, Operette, Schlager, die Überzeugtheit und Überzeugungskraft in allem: es ist kein Wunder, wenn Fritz Wunderlich, wie Mozart dahingegangen mit 35, mit seinen Aufnahmen heute dasteht als "die" deutsche Stimme seiner Generation. (Der in seiner Breitenwirkung zu Wunderlichs Lebzeiten wohl dominantere Rudolf Schock muss mittlerweile im Vergleich zurückstecken.) Und immer noch werden Archivdokumente (speziell des Südwestfunks, des "Heimatsenders" von Wunderlich) neu und nun in wirklich blendendem Klang ediert, bekommen alle, die Wunderlich sammeln, vormals als "Schwarzpressungen" kursierende Mitschnitte (gerne Alternativen zu den paar berühmten Platten-Prestigeproduktionen Wunderlichs) ganz offiziell in die Hand. Und ein wenig verschieben sich die Gewichte: wie beherzt sich Fritz Wunderlich zum Beispiel der Musik vor und rund um Wolfgang Amadeus Mozart angenommen hat, wie engagiert er mit Goldstimme aktuell Komponiertes, etwa von Werner Egk, adelte.

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