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Detailbild Afghanistan – Opfer im Namen des Friedens
Di, 15.09.2020 | 22:50-23:45 | ARTE

Afghanistan – Opfer im Namen des Friedens

Opfer im Namen des Friedens

Nach 19 Jahren Krieg konnten die Taliban den Großteil Afghanistans zurückerobern und die USA dazu zwingen, ein Truppenabzugsabkommen zu unterzeichnen. Nun will die Terrorgruppe in Kabul wieder an die Macht. In der Hauptstadt fürchtet die Zivilgesellschaft die Rückkehr der Taliban und will ihnen die Stadt nicht kampflos überlassen: Die Menschen möchten die wenigen Freiheiten, die ihnen geblieben sind, um jeden Preis verteidigen. Sie sind verbittert, weil sie sich vom Westen im Stich gelassen fühlen. Archivaufnahmen aus dem Jahr 2001 belegen, dass die NATO ihre Intervention in Afghanistan mit dem Kampf gegen den Terrorismus, aber auch mit dem Kampf für die Menschenrechte begründete. In CIA-Dokumenten wurde damals empfohlen, Frauenrechte in den Vordergrund zu stellen, um die öffentliche Meinung im Westen zugunsten der Intervention zu beeinflussen. Doch die Frauenrechte, die damals als nützliches Argument herhalten mussten, finden in dem Abkommen mit den Taliban ebenso wenig Erwähnung wie die Menschenrechte allgemein. Über 250.000 Menschen wurden seit 2001 getötet, mehrere Hunderttausend verletzt, die Situation in Afghanistan ist angespannter denn je. Immer mehr Afghanen sind kriegsmüde und könnten sich mit einer Rückkehr der Taliban anfreunden. Das Land ist auf internationale Hilfsgelder angewiesen, die wegen des andauernden Krieges immer spärlicher fließen. Die Anführer der Taliban wissen, dass Afghanistan ohne finanzielle Hilfe aus dem Ausland nicht wieder auf die Beine kommen wird, und versuchen, die internationale Gemeinschaft mit dem Versprechen zu beruhigen, dass sie die demokratischen Fortschritte im Land respektieren werden.

Originaltitel:
Les Afghans, victimes de la paix
Regie:
Alexandra Jousset
10.61.5.114