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Do, 05.12.2019 | 02:05-02:35 | MDR

Echt

Magazin, D 2019

Johanna Zippel zeigt ihr Familienalbum. Schon immer lebt sie in Frankleben am Geiseltalsee. Alle Verwandten haben ihr Geld in der Kohle verdient. "Der Staub der Trockenkohle war Gift und da musste man ins Haus gehen. Aber jetzt soll hier diese Klärschlammverbrennung hin. Und da haben wir wieder Angst, dass Gestank und giftige Luft kommen", erklärt Johanna Zippel. Die alte Dame hat schon an den Ministerpräsidenten und sämtliche Verwaltungsbehörden geschrieben. Und sie ist nicht allein mit ihrem Protest gegen die geplante Klärschlammverbrennungsanlage. Nach Jahrzehnten im Dreck und Staub der Braunkohle haben die Menschen hier am Geiseltalsee eigentlich Besseres verdient. Auffällig ist die gewaltige Kapazität der Anlage. Hier könnten laut Plänen des Investors 100.000 Tonnen Klärschlamm verbrannt werden. "Uns ärgert, dass die Bayern ihren Dreck hier hochbringen und uns belasten. Wir aber wollen ein Erholungsgebiet sein", erklärt Johanna Zippel. Das wird zum Himmel stinken, sagen auch die Menschen in Braunsbedra und Merseburg, auf deren Gemarkung die geplante Anlage steht. Für die Stadt Merseburg gehört die Klärschlammverbrennung nicht auf die grüne Wiese, sondern in ein Gewerbegebiet. Aber die Geschichte hat auch eine andere Seite, denn Klärschlammverbrennung und das Recycling des darin vorhandenen Phosphors sind sinnvoll für Natur und Umwelt. "Echt" zeigt, was man aus Klärschlamm alles machen kann. Sven Voss besucht ein Testlabor in Weimar. Das Geschäft mit unserem Geschäft.

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