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Detailbild Alles für die Tonne
Do, 05.12.2019 | 04:10-04:40 | ZDF

Alles für die Tonne

Dokumentation, D 2018

Die Deutschen sind "Recycling-Weltmeister", sammeln, sortieren und entsorgen. Doch: Aus den allermeisten Verpackungen entstehen keine neuen. "ZDFzoom" fragt: Was läuft schief beim Recycling? Seit 1991 hat sich die Menge der Kunststoff-Verpackungen nahezu verdoppelt. Selbst Müllriese REMONDIS klagt über immer schlechter verwertbare Verpackungen aus immer neuen Materialmischungen – designed vor allem für das Produkt-Marketing, nicht für das Recycling. Was nicht oder nur mit großem Aufwand recycelt werden kann, landet in der Müllverbrennung. Und die boomt in Deutschland, seit 2005 das Deponie-Verbot erlassen wurde. Das liefert den Müllverbrennungsanlagen verlässlich neue Müllmengen an, von geschlossenen Müllverbrennungsanlagen redet dort niemand: "Solange die Konjunktur brummt, ist an Rückbau nicht zu denken", formuliert Kai Störkel, Chef der Müllverbrennungsanlage Göppingen, im Interview mit "ZDFzoom"-Autor Kersten Schüßler. Doch stehen eigentlich Abfallvermeidung, Wiederverwertung und Recycling ganz oben in der Recycling-Hierarchie. Auf europäischer Ebene macht nun Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans Druck, fordert nicht weniger als eine Plastik-Revolution: "Unsere ganze Wirtschaft muss umgestaltet werden. Wir wollen dafür sorgen, dass alle Verpackungen in Europa im Jahr 2030 recyclingfähig sind", sagt Timmermans im "ZDFzoom"-Interview. Dazu aber muss sich Plastik wirklich recyceln lassen. Dabei könnte Deutschland voranschreiten. Für den Chemiker und Verpackungstechniker Michael Braungart würde etwa ein Plastik-Pfand Produzenten dazu bringen, wirkliche Kreislauf-Verpackungen zu gestalten. Doch die Plastik-Lobby lehnt solche Vorschläge, Gesetze und Quoten rundweg ab: "Wir sind prinzipiell keine Freunde von Quoten. Mit Quoten zementiert man bestimmte Situationen. Damit verhindern wir Innovationen", so Rüdiger Baunemann vom Lobby-Verband PlasticsEurope. Auch im Bundesumweltministerium will man lieber kleine Schritte gehen, als große Strategien verfolgen. Gutes Recycling müsse ja kein Kreislauf für die gesamte Müllmenge sein: "Ob man wirklich 100 Prozent erreichen muss und ob alles wieder in Verpackungen umgewandelt werden muss – das wird schwierig", so Helge Wendenburg, Abteilungsleiter Ressourcenschutz im Bundesumweltministerium. Mehr unter www.zoom.zdf.de

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