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Detailbild Heimkehr der Jäger

Heimkehr der Jäger

Drama - Ö 2000

Niveau
Spass
Spannung
Action

Der Wiener Gemäldekopist Franz (Ulrich Tukur) ist das, was man gemeinhin unter einem völlig weltfremden Totalversager versteht. Er lebt in einer Welt aus planloser klassischer Musik, alten Gemälde und aussterbenden Sozialstrukturen. Seine Ehe ist ihm in die Brüche gegangen, und mit der modernen Lebenswelt kommt er so wenig zurecht, daß er, als eines Tages sein grindiger Greisler am Eck zusperrt und einer großen Supermarktkette Platz macht, total den Halt verliert. Er beschafft sich eine alte Büchse und einen Helm aus dem kunsthistorischen Museum und begibt sich auf einen durch und durch erbärmlichen Feldzug gegen die Moderne, der natürlich nur scheitern kann. Am Ende wird er von irgendwelchen absurden Ostblockagenten, die wohl ein kafkaeskes Sinnbild für die örtliche Polizei darstellen sollen, in den Bauch geschossen und stirbt.Eine unerhörte Veranschaulichung der haarsträubenden, ja geradezu lächerlichen Zustände innerhalb der österreichischen Filmförderungswirtschaft bietet dieser Film. Rein handwerklich strotzt er nur so von Unzulänglichkeiten und Fehlern. Die Geschichte und ihre Charaktere sind so spießig und gestrig, daß man sich fast schämt, aus Österreich zu kommen. Und die Schicksale der Protagonisten bleiben dem Zuseher sowas von scheißegal, wie es normalerweise nur in deutschen Billig-Soap-Operas passieren kann. Ein Sinnbild für die offenbar in den hiesigen öffentlichen Förderungsstellen herrschende völlige Ignoranz der modernen Filmhandwerksansprüche – und für ein verstocktes, zutiefst provinzielles Kunstverständnis, von dem man sich nur angewiedert abwenden kann. Ach ja, Herr Kreihsl, falls sie es noch nicht gehört haben (weil Sie wahrscheinlich keinen Fernseher besitzen): Die Polizei, wenn auch nicht die Helligkeit an sich, schießt trotzdem normalerweise in die Beine – und kann eine Videokamera durchaus von einer Waffe unterscheiden.

Originaltitel
Heimkehr der Jäger
Sprachen
Deutsch
Schauspieler
Ulrich Tukur, Julia Kravitz, Nikolaus Paryla, Johannes Silberschneider, Sophia Gorgi, Justus Neumann, Claudia Martini, Elzbieta Czyzewska, Boris Manner, Akbaba Özyadin, Johann Adam Oest, Toni Böhm, Ela Piplits, Stephanie Taussig, Susi Stach, Imke Büchel, Ilene Stickler-Kreshka, Arthur Munkenbeck, Barbara de Koy, Kari Rakkola, Monika Tajmar, Hagnot Elischka, Gerd-Michael Meier-Stauffer, Klaus Händl, Stephanie Waechter, Herbert Adamec, Brigitte Antonius, Karoline Zeisler, Klaus Ofczarek, Alexander Strömer
10.61.5.114