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Tuvalu

Drama - D 1999

In einem surrealen Land steht auf weiter, endloser Flur ein uraltes Haus, das ein öffentliches Bad beherbergt. Dort gaukelt Sohn Anton (Denis Lavant) seinem blinden Vater per Tonband regen Schwimmbetrieb vor, während die Wände und Decken einstürzen, die Rohre brechen und alles ringsherum verfault. Als ein Seemann mit seiner hübschen Tochter Eva (Chulpan Hamatova) ins Bad kommt, entwickelt sich Anton zum Spanner; er beobachtet Eva stets, wenn sie sich ihrer Unterwäsche entledigt. Unterdes will Antons böser Bruder Gregor (Terrence Gillespie) das Bad abreißen, um Betonburgen zu errichten; um die Behörden aufmerksam zu machen, tötet er Evas Vater per Steinwurf durch die löchrige Decke. Eva erbt einen halb abgesoffenen Fischkutter; nur das Ventil aus der Dampfmaschine des Bades kann ihn auf Vordermann bringen. Also tut sich Eva mit Gregor zusammen, um das Ventil zu stehlen, was letztendlich eine Katastrophe mit schrulligem Happy End verursacht...Ein neues Liebkind der Kunstfilmszene wurde Veit Helmer durch diesen Film; die Kritiker suhlten sich nur so in schwülstigen Formulierungen über ein „zeitloses Märchen“ in einer „surrealen Phantasiewelt“, das „herrlich photographiert“ sei. Tatsächlich ist dieser Film eine Ausgeburt an Manierismus, vollgestopft mit trivialsten Symbolismen und beherrscht von einer gänzlich gestrigen Nostalgie, die mit feucht verklärtem Blick auf die Filmemacherei vor hundert Jahren glotzt. Selbstverliebte Inszenierungen von handwerklichem Dilettantismus und altmodischer technischer Beschränktheit mischen sich mit absurden Charakteren, die schrullig und liebenswert sein sollen, aber stets verhaltensgestört wirken und am ehesten in Nervenheilanstalten zu finden wären (wo sich auch hingehörten). Und alle Kunstbeflissenheit wird letztendlich relativiert durch die offenkundig gutgeheißene Begeilung an nackten Ostmädchen, die minderjähriger nicht wirken könnten. Dabei hätte Chulpan Hamatova durchaus Talent, wie sie in „Luna Papa“ gezeigt hat. Aber Veit Helmer ist offenbar ein Fan des völlig unerträglichen Leos Carax, der zuletzt mit „Pola X“ einen vergleichbar ungustiösen Dummfilm geliefert hat. Immerhin spielte Denis Lavant bereits für beide Regisseure. Einfach furchtbar.

Originaltitel
Tuvalu
Sprachen
Deutsch
Schauspieler
Denis Lavant, Chulpan Khamatova, Philippe Clay, Terrence Gillespie, Catalina Murgea, E.J. Callahan, Djoko Rosic, Zlatina Todeva, Todor Georgiev, Georgi Kishkilov, Petar Evangelatov, Evgeni Jermanov, Blajo Nikolic, Krikor Hugasjan, Alexander Dikov, Yuli Toshev, Yordan Bikov, Ivo Georgiev, Valeri Nikolov, Gaiane Chetchian, Victor Kalev, Emil Emilov, Emanuil Manolov, Lyubomir Farkov, Aleko Minchev, Asen Kisimov, Milcho Popov, Valcho Kamarashev, Ivan Andreev, Yuriy Yakovlev, Dimitr Marin, Dobrin Dosev

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