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Standhaft unruhig - Kabarett-Star Lukas Resetarits im tele-Talk

Standhaft unruhig - Kabarett-Star Lukas Resetarits im tele-Talk
© ORF
Veröffentlicht:
10.12.2019
Lukas Resetarits ist einer der Stars des neuen "Kabarettgipfels" auf ORF 1.

Lukas Resetarits ist mit seinen 72 Jahren der Grandseigneur des österreichischen Kabaretts. Sein aktuelles Programm, bereits das 27., heißt „Wurscht“ (zu hören am Freitag, dem 13.12., um 22.00 Uhr in Ö1!) und mischt Humor gekonnt mit bissigen Statements zur aktuellen politischen und gesellschaftspolitischen Situation. Beim aktuellen Kabarettgipfel zieht der Burgenländer mit Wahlheimat Tulln in allerbester Resetarits-Manier vom Leder: Wozu führt es, wenn ein Staubsaugerroboter zum Altenpfleger umfunktioniert wird? Und kann man das Glück über ein Preisausschreiben finden – oder ist es doch nur ein Vogerl? Aber wie ist das Kabarett- und Schauspielleben jenseits der 70 wirklich? tele fragte nach.

tele: Ist das Alter für Sie Glück oder Unglück?

Lukas Resetarits: Weder noch. Für mich gibt’s das Alter nur körperlich. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich geistig keinen Verfall spüre. Ich spüre ihn körperlich, weil ich war ja doch Fußballer und alles Mögliche. Da spürt man ihn, aber ich habe – außer was den körperlichen Abbau betrifft – kein Problem mit dem Alter. Beruflich oder geistig hab ich das Problem des Alterns nicht, körperlich hab ich es sehr wohl. Wenn ich zurückdenke: Vor 40 Jahren hab ich sechs Mal in der Woche gespielt. Da bin ich tot, wenn ich das heute mache! Wenn ich zwei, drei Mal gespielt hab, brauch ich einen Ruhetag.

tele: Hat man es als Kabarett-Routinier vor einem größeren Publikum wie hier in der Wiener Stadthalle leichter?

Lukas Resetarits: Nachdem ich meinen Beruf mit Freude ausübe, aber immer auch mit Verantwortung und Ernsthaftigkeit, bin ich heute noch nervöser als früher, schon den ganzen Tag über. Wenn man einmal beginnt, das auf der linken Arschbacke abzusitzen, dann sollte man aufhören. Das geht nicht, es sollte wehtun. Wenn man einen Auftritt hat, nimmt man das so ernst, dass es einen von früh bis spät beschäftigt.

tele: Haben die jüngeren Kabarettisten heute eine andere Schmäh-Kultur?

Lukas Resetarits: Jein. Die Leute, die ich schätze und die man als Kabarettisten bezeichnen kann, führen meine Art Schmäh weiter. Alex Kristan ist da ein gutes Beispiel. Er ist einer wie ich, der unsere Sprache erhält, die durch den Terror und das Regime der deutschen Synchronanstalten verlorengeht …

tele: Sie sind auf dem Weg zum 30. Bühnenprogramm. Stellt man sich da auch die Frage: Warum tu ich mir das noch an?

Lukas Resetarits: Manchmal schon. Vor allem beim politischen Kabarett wie bei „Wurscht“, wo schon die Recherche für mich dermaßen deprimierend und wuterregend ist. Ich bin ein wütender Mensch, ein zorniger Mensch, und ich reiß auch die Papp’n auf. Das wird dann schon anstrengend. Aber was soll ich sonst machen? In der Au sitzen und keinen Fisch fangen? Tschechern tu ich auch nicht mehr. Also es ist eine ambivalente G’schicht!

Kabarettgipfel Nr. 6: Altenpflege und Glücksgefühle

Die Kabarettgipfel-Mottos der nächsten Ausgaben heißen „Glück und Unglück" (am Freitag, dem 13. 12.) und „Für immer jung" (Teil 2, am 3. 1. 2020, ORF 1, 20.15), neben Lukas Resetarits treten Andreas Vitásek, Alex Kristan, Omar Sarsam un ddas Duo Blözinger auf, für musikalische Einlagen mit Humor sorgen wie immer "Die Echten". Die „Oldies" Resetarits und Vitásek spielen herrlich mit den Nebenwirkungen ihres fortgeschrittenen Alters, Omar Sarsam verrät, dass Unfallchirurgen die glücklichsten Mediziner sind, und Alex Kristan setzt Sprüche aus chinesischen Glückskeksen der Weisheit des Wiener Grantlers gegenüber. Viel Spaß!

 

 

 

 

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