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„Geschüttelt – nicht gerührt!“: Die Mythen um den Bond-Martini

„Geschüttelt – nicht gerührt!“: Die Mythen um den Bond-Martini
© Getty Images
Veröffentlicht:
04.04.2019
Der geschüttelte Martini besitzt bereits Kultstatus. Doch bei der Zubereitung des klassischen Bond-Drinks ist in Wirklichkeit einiges schief gelaufen...

James Bond ist auch nur ein Mensch. Und wir Menschen haben Macken und Ticks. Die einen essen Pizza mit Ketchup, was einfach verstörend ist und andere essen Hühnerfleisch mit Schokoladensauce, was einfach nur noch verstörender ist. Unser Lieblingsagent trinkt stattdessen seinen Martini geschüttelt – nicht gerührt. Barkeeper auf der ganzen Welt fragen sich nur: „Was hat der Typ für Schmerzen?“

Natürlich ist die Zubereitung eines Drinks keine heilige Schrift, die man nicht umschreiben oder hinterfragen darf. Aber die Profis hinter der Bar sind sich ganz klar einig: Wodka sowie andere klare Spirituosen werden gerührt. Wenn man diese jedoch schüttelt, trübt sich der Drink durch die feinen Eissplitter.

Und warum macht der Bond das denn nun? Um diese Frage ranken sich einige Mythen, die gar nicht mal so verwerflich sind:

Er weiß, was gesund ist

Naja, eigentlich kam eine für die Menschheit äußerst wertvolle Studie zur Erkenntnis, dass James Bond ein massives Alkoholproblem hat und sich schnell Hilfe suchen sollte. Ganze 109 Mal berührte ein alkoholisches Getränk die Lippen des Agenten, im Durchschnitt 4,5 Mal pro Film, fanden die Forscher. Natürlich bezogen auf seine sechs Jahrzehnte auf der Leinwand. Na gut, aber immerhin weiß der Bond, wie er das „Gesündeste“ aus seinem Problem herausholen kann: Die geschüttelte Variante mit Wermut soll mehr Antioxidantien enthalten und somit gesünder sein. Ein schlauer Fuchs, dieser James.

 

Er ist ein Weichei

Könnte es tatsächlich sein, dass unser furchtloser Bond keine zu harten Drinks mag? Einige Barkeeper sind nämlich der Meinung, dass das Eis beim Schütteln schneller schmilzt, als wenn es gerührt wird. Dies kann den Martini verwässern. Ein verwässerter Weichei Martini also…Vielleicht ist unser James ja doch nicht so hart wie er immer tut?

 

Er ist ein Genießer mit wenig Zeit

Ein anderer Mythos lässt Bond in einem neuen Licht erstrahlen. Der Typ hat wohl in Physik gut aufgepasst. Denn: Der Paranuss Effekt, der beim Schütteln größere Teilchen nach oben und kleine Teilchen nach unten wandern lässt, sorgt dafür, dass der Geschmack des Martinis an die Oberfläche kommt, während die Ethanol-Moleküle absinken. Er genießt nun mal den Geschmack und ist sowieso immer in Eile, weshalb er nur ein paar Schlucke nehmen kann. Obwohl dies ein weiteres Indiz dafür sein könnte, dass er dem harten Zeug ganz unauffällig aus dem Weg gehen möchte. Ui, decken wir da etwa gerade versteckte Schwächen des Geheimagenten auf?

 

Er ist ein Rebell

Wer kann, der kann. Und James Bond kann definitiv. Er kann jede Frau aufreißen. Er kann Menschen töten. Er kann gut aussehen. Wieso sollte er dann keinen geschüttelten Martini trinken können? Natürlich kann er das. Und genau das macht er und bricht somit die Konventionen der feinen Gesellschaft.

 

Was stimmt denn jetzt?

Nette Theorien. Aber in Wirklichkeit hat sich Autor und James Bond Erfinder Ian Fleming – der selbst ein begeisterter Martinitrinker war – einfach nur einen Gag erlaubt. Oh.

 

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