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Der wahre Graf Dracula: Wer steckt hinter dem Vampir?

Der wahre Graf Dracula: Wer steckt hinter dem Vampir?
© Sat.1
Veröffentlicht:
30.03.2019
Spitze Zähne, ein schwarzer Umhang und ein großes Schloss in Transsilvanien. Legenden, Romane und Verfilmungen ranken sich um den gefürchteten Vampir namens Graf Dracula. Und den gab es auch tatsächlich! Nur hatte der keine spitzen Zähne und trank auch kein menschliches Blut. Er sah es nur gerne fließen.

Das Image eines blutrünstigen Vampirs wurde dem echten Dracula 1897 vom irischen Schriftsteller Bram Stoker verpasst. Doch auch wenn der wahre Dracula kein Vampir gewesen ist, so war er trotzdem ein Monster im moralischen Sinn.

 

Graben wir ein bisschen tiefer in der Geschichte

Es war einmal ein kleiner Dracula. Eigentlich hieß er Vlad. Die Theorien besagen, dass er um 1431 im rumänischen Schäßburg, oder aber auch in Nürnburg geboren wurde. Der Name „Dracula“ rührt daher, dass sein Vater den Beinamen „Dracul“ – was übersetzt Drache bedeutet- erhielt, als dieser vom König des Römischen Reiches zum Ritter des gegen die Osmanen kämpfenden Drachenordens geschlagen wurde. Er selbst wurde „Dracuela“ genannt, was „kleiner Drache“ heißt.

Der kleine Drache verbrachte seine Kindheit als menschliche Geisel am Hof des osmanischen Sultans, da das Reich seines Vaters – das Fürstentum Walachei, unter die Herrschaft der Osmanen geriet. Als sein Vater bei einem Aufstand stirbt, wird Vlad mit ca. 17 Jahren zum Thronfolger erklärt. Nach vielen Jahren schuf Vlad eine Zentralgewalt, baute Festungen und rüstete das Militär auf. Die Zeit der Unterdrückung war vorbei. Potenzielle Gegner wie Adelige oder Zigeuner wurden hingerichtet.

Sein heftiges Temperament und die selbstüberschätzende Art brachten ihn dazu, dem osmanischen Reich weitere Tribute zu verweigern, was dazu führte, dass der Sultan eine Gesandtschaft losschickte. Vlad verlangte von diesen, ihre Turbane abzunehmen, doch die osmanischen Gesandten folgten nicht. So ließ Vlad den Gesandten ihre Turbane am Kopf festnageln. Ur grindig.

Bis der Sultan sein riesiges Heer zusammengestellt und in die Walachei geschickt hat, ist Vlad bereits nach Bulgarien vorgedrungen und zog sich in die Wälder zurück. Samt Vieh verschwand auch die Bevölkerung in unzugängliche Gebiete. Osmanen, die seinen Weg kreuzten, griff er an und stellte ihre Leichen zur Schau. Der Sultan trat der Rückzug an, jedoch verlor Vlad die gesamte Unterstützung seines Volkes sowie auch seine Sitz am Thron, welchen sein Bruder mithilfe des Sultans an sich riss.

In Ungarn wurde Vlad für einige Jahre eingesperrt, doch als der Fürst und der Sultan sterben, wird dieser an die Spitze eines christlichen Heeres gesetzt und erneut zum Fürsten der Walachei ernannt. Zwei Jahre später war der Spaß vorbei. Vlad wurde getötet und sein Kopf auf einem Pfahl aufgespießt.

 

Und wieso jetzt genau ein Vampir?

Es gibt keinen Beleg dafür, dass Vlad jemals als Vampir gesehen wurde. Bram Stoker wählte bei seinen Recherchen für den Namen seiner fiktiven Figur nur zufällig den des Fürsten aus. Na da hätte sich der Vlad wohl zu Lebzeiten gefreut. Oder den Schriftsteller einfach hinrichten lassen…

 

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