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Cannes Teil 3: Hollywood und die Frauen

Cannes Teil 3: Hollywood und die Frauen
© Picturedesk
Veröffentlicht:
18.05.2018
Hollywood und die Frauen, Cannes und Lars von Trier und was machte eigentlich John Travolta hier?

Geschlechtergerechtigkeit ist Filmbusiness ist heuer eines der großen Themen dieses Filmfestivals, auch wenn sich das nicht im Wettbewerb des Festivals widerspiegelt. Das informative und wichtige Blog „Women and Hollywood“ veranstaltet nur eine der zahlreichen Veranstaltungen zum Thema.

Bei einem Protestmarsch auf dem roten Teppich des Palais des Festivals demonstrierten 82 Frauen aus der Branche, darunter die Jurypräsidentin Cate Blanchett und Regie-Superstar Agnès Varda gegen das Ungleichgewicht, mit dabei waren auch Léa Seydoux, Kristen Stewart, Alice Rohrwacher, Marion Cotillard und Salma Hayek. Gemeinsam erinnerten sie daran, dass bisher nur eine einzige Filmemacherin bis dato eine Goldene Palme gewonnen hat – Jane Campion 1993 für ihren Film „Das Piano“.

In Cannes trafen heuer die unterschiedlichsten Seiten dieses Diskurses aufeinander. Der ehemals wegen eines dümmlichen Witzes bei einer Pressekonferenz aus Cannes „verbannte“ Regisseur Lars von Trier zeigte wenige Jahre später in „The House that Jack Built“ brutalste Gewalt, ob die „Ausrede“, das tue man, um vom Bösen zu erzählen, 2018 noch Gewicht haben soll, werden zukünftige Generationen beurteilen. Alle DarstellerInnen des Films erzählten jedenfalls davon, wie wichtig ebendas sei, wie zufrieden man am Set gewesen sei, auch wenn man grausamste Dinge darstellen habe müssen. Es gab Menschen, die das Kino frühzeitig verließen ebenso wie Standing ovations, auf social media ging sofort eine Art argumentativer Traust-dich-nie-Contest los, der BesucherInnen sinngemäß vorwarf, nicht tough genug zu sein. Muss 2019 auch nicht mehr sein.

Letztlich waren es andere Filme, die in den ersten Tagen im Gedächtnis blieben. So zum Beispiel Agnieszka Smoczyńskas „Fugue“, der den Horror-Erwartungen nicht ganz entsprach, aber auf seine Art von der Entfremdung eines Paares viel spannender erzählte, als so manch anderes Beziehungsdrama. Eine Frau taucht eines Tages aus einer U-Bahn-Station auf und kann sich an die vorangegangene Zeit nicht erinnern. Als sie nach einem TV-Auftritt zum Zwecke der Suche nach Menschen, die sie wiedererkennen, zu Mann und Kind nachhause zurückkehrt, ist ihr die eigene Familie völlig fremd. Ein höchst spannender – und durchaus nicht unironischer – Beitrag zum Thema Nähe und Distanz und darüber, wie Familienkonstrukte funktionieren – oder eben nicht. Dazu mit Michelle Gurevichs wunderbarem Ohrwurm „Lovers Are Strangers“ am Soundtrack.

JOHN TRAVOLTA KELLY PRESTON Picturedesk c neuj

Neben all diesen filmischen Beiträgen sind auch heuer in Cannes die Superstars zugange. John Travolta feierte das 40-jährige Jubiläum von „Grease“ und präsentierte das Mafia-Drama „Gotti“, in dem John Travolta den gleichnamigen Mafia-Boss spielt und seine Frau Kelly Preston ebenfalls seine Gattin.

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