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"Orange Is the New Black", auf in die 5. Staffel: "Crazy Eyes" und "Red" im tele-Interview!

"Orange Is the New Black", auf in die 5. Staffel: "Crazy Eyes" und "Red" im tele-Interview!
© Netflix
Veröffentlicht:
08.06.2017
Wieso’s sich ungeschminkt leichter dreht und warum William Shatner gern über Sex redet. Uzo Aduba und Kate Mulgrew im Gespräch.

Unsere Lieblingshäfenschwestern – die Köchin als Chefstrategin und die herzensgute Irre: tele-Redakteurin Julia Pühringer traf Kate Mulgrew (Captain Janeway aus „Star Trek: Voyager“) und Uzo Aduba in Berlin zum Gespräch über die fünfte Staffel (und auch sonst noch allerhand). 

"Orange Is the New Black" - Staffel 5. Ab 09.06. auf Netflix

tele: Eine ungewöhnliche Rolle, so ganz ohne Maske und Kostüm?
Kate Mulgrew: Ich trage ja nicht die Gefängnisuniform wie die anderen, ich habe eine eigene Kochuniform. Und ich gehe zum Friseur und lasse mir die Nägel machen. Ich habe Kostüme ganz ehrlich nie gemocht. Ich mag Uniformen lieber. Ich werde nicht gern aufgemascherlt, das ist Zeitverschwendung. Ich schlüpfe vorm Dreh in die Kochhose und die Jacke, das war’s.

Stimmt es, dass Sie gar nicht für die Rolle von Crazy Eyes vorgesprochen haben?
Uzo Aduba: Ja, tatsächlich! Als ich Suzanne "am Papier" im Buch kennengelernt habe, hat es aber perfekt gepasst. Es gab für ihre Rolle gar kein Vorsprechen. In der dritten Folge hat Jodie Foster Regie geführt. Das war die zweite Folge, in der ich vorkam und ich hatte noch nie mit jemand so Berühmten zusammengarbeitet. Ich bin ein Riesenfan und war deshalb extra sorgfältig vorbereitet, damit ich mich nicht vor lauter Nervosität selbst außer Gefecht setze. So entstand die Figur.
Kate Mulgrew: Ist es nicht lustig, dass sie diese Figur einfach gestohlen hat? Aber man musste wirklich an seiner Figur dranbleiben, um in diesem Meer an Frauen nicht unterzugehen. In der 5. Staffel sind es an die 50 Frauen!

Wurden Sie schon von echten GefängnisinsassInnen auf die Serie angesprochen?
Uzo: (Lacht), Nein, um Netflix zu empfangen, braucht man Internet, die sehen die Serie gar nicht. Ich habe aber Menschen getroffen, die früher im Gefängnis waren. Ein Typ hat mir erzählt, dass wir das Gefängnisleben sehr akkurat porträtieren. Er kannte all diese Figuren im Gefängnissystem. Und die Leute freuen sich, dass jemand diese Erfahrung reflektiert und nicht beschönigt.

Haben Sie Ähnlichkeit mit Ihren Figuren?
Mulgrew: Klar. Deshalb bekommt man ja die Rolle. Auch wenn die Kamera emotionslos ist, ist sie extrem scharfsichtig. Sie lügt nicht. Man kommt auf der Theaterbühne mit vielem ungestraft davon, aber nicht vor der Kamera. Sie sieht, was hinter deinen Augen ist. Also was auch immer eine der vorherrschenden Eigenschaften deiner Figur ist, sei’s Stärke, Humor oder Großzügigkeit, ist üblicherweise auch in der Person zu finden.

Bei Trump spielt das Thema Immigration eine wichtige Rolle. In der Serie auch …
Aduba: Diese Wir-und-die-Mentalität ist sehr beunruhigend. Alle großen Gesellschaften haben sich entwickelt, indem sie Gruppen integriert haben. Ich würde nicht hier sitzen und meinen Traum leben können, gäbe es nicht die Opfer und Entscheidungen meiner Familie, die Teil der USA wurden.

Frau Mulgrew, Sie haben Captain Janeway aus „Star Trek: Voyager“ gespielt und kamen in einer Doku über William Shatner zu Wort. Sind Sie befreundet?
Mulgrew: Ja! Er ist weit über 80 Jahre alt, voller Tatendrang, springt auf ein Pferd, heiratet schon wieder eine jüngere Frau ... Er ist witzig, smart, voller Leben, enorm einnehmend, er liebt seine Fans. Wir gehen essen, trinken Wein und reden über Gott. Und Sex. Bill redet gern über Sex.

Sind Sie jetzt endlich die Treckies losgeworden, jetzt haben Sie die Leute aus dem Gefängnis an der Backe?
Mulgrew: (lacht) Ja, und das ist fantastisch. Meine Karriere umspannt jetzt schon vier Jahrzehnte und es war ein ziemlich großartiger Übergang. Natürlich war Captain Janeway eine herrliche Rolle, aber das ist eine wunderbare Art, zu gehen. Und in meinem Alter war das einfach ein perfekter Einstieg in eine völlig neue Figur.

Haben Sie einen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Serie?
Mulgrew: Kraft unserer Darstellung, sicher. Die DrehbuchautorInnen schauen schon genau, wie wir mit dem Material umgehen und dann kommen sie auf Ideen.

Gibt es da Raum für Improvisation?
Mulgrew: Manche Schauspielerinnen mögen das, ich nicht. Ich glaube nicht daran. Ich bin da sehr altmodisch. Ich bin mir sicher, die AutorInnen haben hart gearbeitet. Wer bin ich, das umzukrempeln? Ich mache es einfach zu meinem Text.
Uzo: Ich bin da genauso. Nur wenn die AutorInnen möchten, dass ich improvisiere, mach ich das. Es ist weniger interessant für mich auch als Schauspielerin.
Mulgrew: Es ist ja fast peinlich und weit nicht so spannend wie das, was sie schreiben. Man sieht wie ein Idiot aus. Wieso sollte man das tun?

Alle Infos zur 5. Staffel "Orange Is the New Black":

Aufstand in Litchfield: Nach dem dramatischen Ende der vierten Staffel steht im Frauengefängnis die Revolte an. Bereits in Staffel vier platzte das kaputtgesparte Frauengefängnis aus allen Nähten. Das Missmanagement hatte tödliche Folgen. Zu Beginn der 5. Staffel gerät eine eingeschmuggelte Waffe in die falschen bzw. richtigen Hände, das Machtgefüge kippt. Die zerstrittenen Gruppen planen gemeinsam den Aufstand. Die 13 neuen Folgen spielen im Laufe von drei Tagen. Mit dabei sind u. a. Taylor Schilling, Laura Prepron, Laura Gómez, Lea DeLaria, Uzo Aduba und Kate Mulgrew. Die Produktion von Staffel 6 und 7 wurde bereits bestätigt bestätigt.

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