0%
 
Das österreichische Fernsehmagazin

System außer Kontrolle

System  außer Kontrolle
Veröffentlicht:
14.03.2017
Die Sendung „Mein Körper - mein Feind“ beleuchtet den Zusammenhang zwischen Allergien und Autoimmunerkrankungen.

Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an – und nicht Fremdkörper wie Viren oder Bakterien. Aber warum wird bei immer mehr Menschen der eigene Körper zum Feind? Betroffene mit rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose oder Morbus Crohn leiden unter gesundheitlichen Einschränkungen und Schmerzen.


Mögliche Ursachen
Vermutlich spielt die genetische Veranlagung beim Ausbruch eine Rolle, aber auch Umwelteinflüsse und negativer Stress können entscheidend sein. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, und Industrienationen eher als Entwicklungsländer. Durch die Allergie-Forschung werden die Zusammenhänge zwischen Allergien und Autoimmunkrankheiten immer deutlicher. Die Tatsache, dass beide vor allem in Industrieländern zunehmen, ist dafür ein wichtiges Indiz. Übertriebene Reinlichkeit und der mangelnde Kontakt mit Schmutz könnten für die Zunahme der Volkskrankheiten verantwortlich sein. Denn Parasiten und Infektionskrankheiten sind von besonderer Bedeutung für die Entwicklung und Reifung des Immunsystems.

Neueste Forschungen
Eine Schlüsselrolle spielt dabei der menschliche Darm. Gerät das bakteriologische Gleichgewicht im Darm durcheinander, kann das zu entzündlichen Krankheiten wie Morbus Crohn führen. Forscher der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität haben Belege gefunden, dass Autoimmunkrankheiten nicht nur ein höheres Krebsrisiko bedeuten. Ihre These ist vielmehr umgekehrt: Durch das Auftreten bösartiger Tumorzellen fängt das Immunsystem erst an, den eigenen Körper zu bekämpfen. Sind also Autoimmunkrankheiten der Kampf des Körpers gegen Krebs?

 

Erste Anzeichen:
Fieber, Entzündungen und Funktionsstörungen von Organen können Hinweise auf eine Autoimmunkrankheit sein. Bluttests verschaffen Klarheit.
Als Anzeichen im Blut gelten:
• die starke Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphozyten)
• eine gesteigerte Produktion von bestimmten Bluteiweißen (Autoantikörper)
• erhöhte Entzündungsmarker oder die Blutsenkungsgeschwindigkeit

10.61.5.115