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Tödliche Altlasten

Tödliche Altlasten
© ORF
Veröffentlicht:
31.01.2017
In „Das ewige Leben“, der vierten Verfilmung der Brenner-Krimis von Wolf Haas, kehrt der Kult-Ermittler in seine Heimatstadt Graz zurück. Dass auch hier wieder etwas passiert, versteht sich von selbst …

Anti-Held Simon Brenner (Josef Hader) kommt nicht zur Ruhe. Im vierten Kinofilm "Das ewige Leben" nach der Bestseller-Reihe von Wolf Haas kehrt der heruntergekommene Ex-Polizist und Detektiv in seine Heimatstadt Graz zurück. Dort steht die Bruchbude von Haus, die ihm sein Opa vererbt hat. Und dort trifft er nicht nur auf seine Jugendliebe Maritschi (Margarethe Tiesel), sondern auch auf seinen Jugendfreund, den früheren Polizeischüler Köck (Roland Düringer), der jetzt mit Altwaren handelt.

Reise in die Vergangenheit
Auch Aschenbrenner (Tobias Moretti), der jetzige Chef der Grazer Kripo, macht Brenner überraschend seine Aufwartung. Die drei Männer verbindet eine Jugendsünde, die sie als Polizeischüler begangen haben. Als Köck ermordet wird und Brenner mit einem Kopfschuss und ohne Erinnerungsvermögen im Krankenhaus erwacht, geht’s dem menschlichen Wrack noch dreckiger als eh schon erwartet. Zum Glück nimmt sich die Psychiaterin Dr. Irrsiegler (Nora von Waldstätten) seiner an. Doch Brenner steht unter Mordverdacht, Frau Doktor ist mit Aschenbrenner liiert und der gefährliche Krimineser scheint mehr zu wissen, als der abgehalfterten Spürnase gut tun kann …

Extrem spannend und skurril
So düster wie im vierten Teil der Reihe hat Regisseur Wolfgang Murnberger den neugierigen Verlierer-Typ mit dem kriminalistischen Gespür noch nicht ins Kino gebracht. Das Duo Hader/Moretti agiert mit beklemmender Intensität, der Humor, so er denn durchscheint, ist bitter und pechschwarz. Fazit: Der Brenner ist ganz unten angekommen, doch die Qualität seiner Leinwandpräsenz ist hoch wie nie.

 

Brenner – Eine Erfolgsgeschichte

Die Brenner-Krimis sind sowohl in Buchform als auch im Kino Kult. Acht Brenner-Romane hat Wolf Haas bis dato geschrieben, vier davon wurden bereits verfilmt. „Das ewige Leben“ (2015) liegt mit rund 285.000 Kino-Besuchern auf Platz 6 der an den heimischen Kinokassen erfolgreichsten österreichischen Filme, auch die weiteren Brenner-Filme („Komm süßer Tod“, „Silentium“, „Der Knochenmann“) liegen in diesem Ranking unter den Top 15.

Acht Brenner-Romane
„Das ewige Leben“ (2015) ist übrigens der sechste Teil der Krimi-Buchreihe, der bislang letzte Teil („Brennerova“) erschien 2014. Die Filme folgen nicht der Chronologie in den Büchern von Wolf Haas. Der Autor hatte die Brenner-Krimis anfangs als unverfilmbar bezeichnet, arbeitete dann aber doch zusammen mit Josef Hader und Wolfgang Murnberger an den Drehbüchern und hat in allen vier Filmen Cameo-Auftritte

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