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Friede, Freude, Bullshit: Gebt uns die alte Maja zurück!!!

Friede, Freude, Bullshit: Gebt uns die alte Maja zurück!!!
© Sender
Veröffentlicht:
04.10.2016
Biene Maja, Wickie und die starken Männer und Heidis Welt sind die Berge - Same, same but different.

Es ist nicht mehr das aktuellste Thema, doch es gibt Sachen die da noch zu klären sind. Ja, vielleicht ist es etwas altbacken, doch war es denn wirklich notwendig, Biene Maja und Co neu zu produzieren?
Wir haben es alle genossen in das Leben dieser Animationscharaktere einzutauchen, sie haben unsere Fantasie aufblühen lassen und möglicherweise haben wir uns an einem Punkt unserer Kindheit gewünscht an ihrer Stelle zu stehen und ihr Leben zu leben. So weit so gut, bis hier unterscheiden sich die neuen Versionen nicht von den alten. Doch viel belangvoller ist es, was uns die Serien gelehrt haben: dass es in Ordnung ist, einen Großvater zu haben der nicht so toll ist wie unserer, oder dass Hornissen zwar stärker und größer als Bienen sind, doch das lange noch nicht zu bedeuten hat, dass sie intelligenter sind (bitte umzulegen auf zwischenmenschliche Beziehungen!).
Unterstützend zu unserem Umfeld haben uns diese kleinen fiktiven Persönlichkeiten Werte gelehrt und uns in kleinen Häppchen eine kindgerechte Realität näher gebracht. In der neuen Version sind die Hornissen kaum mehr als Bedrohung zu sehen und Heidi und ihr Großvater scheinen nach der ersten Staffel schon BFFs zu sein.

Frieden, Freude, Eierkuchen – Probleme, was ist das?

Das pädagogische Fundament und jegliche Art von Tiefgründigkeit wird bei den vorliegenden Beispielen nahezu weggelassen und jede Art von Bedrohung und Problemstellung löst sich scheinbar in Luft auf. Die Stimmen der Charaktere werden dafür noch zuckersüßer und die Blumen leuchten in Farben, die bisher keiner kannte. Simpel formuliert: es wird alles in rosarote und hellblaue Watte gepackt.
Keine Frage, wir lieben Kinder, unsere, die unserer Verwandten oder Freunde oder den Nachbarsjungen, der selbstständiger weise jeden Samstagmorgen an der Tür steht und nach einem Kakao mit wenig Milch und viel, viel Kakaopulver fragt. Ja, wir wollen das Beste für die kleinen Menschen mit vielen Fragen und noch mehr Persönlichkeit. Doch bedeutet das Beste wirklich ihnen die Realität von kleinauf gar so fern zu halten und den Drang nach Perfektion zu vergrößern, der bei den Frühlingen der Generation Z ohne hin schon eine Problematik darstellt?

Quantität vor Qualität?

Es wäre beinahe naiv sich zu fragen warum die Neuproduktionen dieser drei Serien überhaupt zu Stande gekommen sind. Kurzgefasst: Kohle! Zeit ist Geld und Geld ist Zeit, nicht wahr? Trotzdem bleibt es ein Rätsel, wie Winston McCay es 1912 geschafft hat, mit Tusche und Feder in „How a Mosquito Operates" ein realistischeres Abbild eines Insekts auf die Leinwand zu bringen als hunderte von Leuten mit der Technik von heute die kläglich versuchen mit einer Ellipse (für den Rumpf) und einem Kreis (für den Kopf) eine Maja darzustellen, die die unangenehme Optik eines „Made in China"-Plastikspielzeuges hat.

Also kleinen Shoutout an alle: Do not always go with the flow...

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