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Zuhause bei Gerald Pichowetz

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© tele, Monika Saulich

Strebersdorf Blues

Gerald Pichowetz ist Schauspieler, Theaterdirektor, Dancing Star und "Kaisermühlen Blues"-Legende. tele durfte ihn in sein "Allerheiligstes" begleiten.

 

Viele Bücher, eine gut sortierte Bar, ein Regal voll Fabergé-Eiern, historische Fotos, Kamin, Couch, ein kleiner Fernseher und ein großer Kronleuchter: Das Wohnzimmer von Gerald Pichowetz. Mit zwölf Jahren trat er als Hans-Moser-Imitator auf, der Satz “Franzi Bim Bim“ hat ihm via “Kaisermühlen Blues“ nationalen Ruhm beschert. Mittlerweile hat er sich ganz dem Theater verschrieben, das Gloria Theater in Floridsdorf gegründet und zur erfolgreichen Bühne gemacht. Man muss seine Biografie aber nicht kennen, um sofort zu sehen: Dieser Mann ist ein Vollblut-Entertainer. Pichowetz betritt das Wohnzimmer wie eine Bühne, dezente Verbeugung, charmantes Lächeln: “Herzlich Willkommen!“

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Zerstörungswut

Das 250-m2-Haus in Wien Strebersdorf ist sein Elternhaus, er wohnt seit seiner Geburt hier. Lebensgefährtin Angelika Zoidl, Schauspielerin und Managerin im Gloria Theater, ist etwas später eingezogen, ebenso Kater Karl und Katze Franziska. “Wegen den Miezen und ihrer Zerstörungswut mussten wir unsere historischen Möbel in Sicherheit bringen. Aber die Mischung aus alten Elementen mit modernen Möbeln hat auch etwas.“ Auf die üppige Bar angesprochen meint er: “Pichowetz und Saufen? Das glaubt Ihnen kein Mensch. Ich mag keinen Alkohol, die Bar ist für Gäste da“. Das Paar lädt gerne Freunde und Kollegen ein, aber nicht zu oft. “Irgendwann muss Ruhe sein. Ein Gast ist wie ein Fisch: Nach drei Tagen stinkt er“.

Treten Sie ein: Bilder aus dem Pichowetz-Zuhause.

Training für Dancing Stars

Im Obergeschoß überrascht das knallige Rot am Gang. “Da kommen Bücher und Premierengeschenke besser zur Geltung“, erklärt Pichowetz. Seit seine Söhne aus einer früheren Beziehung, Carl-Michael (25) und Franz-Stephan (19), ausgezogen sind, nutzt er das ehemalige Kinderzimmer als Büro. Umgeben von einem alten Grammophon und 50 k.u.k.-Eisenbahneruhren schreibt er, schaut via Heimkino Aufführungen an. Auf dem Schreibtisch liegt eine “Dancing Stars“-Trainings-DVD. “Man hat mich wohl engagiert, damit Heiterkeit aufkommt“, schmunzelt der Gastgeber. “Gehen wir ins Allerheiligste!“

Auf ins Allerheiligste

Das Allerheiligste ist der ausgebaute Dachboden, erreichbar über eine steile “Hühnerleiter“. Oben betritt man eine andere Welt. 100 Quadratmeter voll mit Modelleisenbahn-Schienensträngen, an den Wänden Eisenbahner-Schilder, in Glasvitrinen hunderte Züge und Waggons. “Mein Vater war Model-Eisenbahnsammler, ich hab als Kind angefangen und nie aufgehört“, erklärt er. “Der Wahnsinn hier oben begann, als ich ein 5er-Bim-Schild bekommen hab. Seither bau ich immer weiter.“ Die Schienenstränge ziehen sich durch tunnelartige Löcher, die Pichowetz in die Ziegelwände gestemmt hat. Im Garten liegen weitere 500 Meter Schienen. “Lieblingszug habe ich keinen, ich liebe sie alle“, sagt der Schauspieler, und flüstert mir ins Ohr: “Mein Frau meint, es ist manisch“. “Wie bitte?“, fragt Angelika Zoidl. “Manisch!“ ruft er durch das Rattern der Züge, “Du sagst immer, es ist manisch!“. “Ja“, schmunzelt sie. “Manisch. Und liebenswert.“

Von Wolfgang Knabl

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Steckbrief

Gerald Pichowetz
• Geboren am 1. August 1964
• Schauspielunterricht bei Lola Braxton
• Gründung und Leitung „Bühne 21“
• 2001: Gründung des Gloria Theaters
• Populärste TV-Rolle: Der „5er“-Franzi im „Kaisermühlen Blues“

www.pichowetz.at
www.gloriatheater.at

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