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© tele, Franz Pfluegl

Zuhause bei Alfons Haider:
Einblicke mit Ausblick

Er wohnt mit 1000 Elefanten über den Dächern Wiens: tele zu Besuch bei Entertainer, Schauspieler und Opernball-Moderator Alfons Haider.

Alfons Haider steht in seinem verdunkelten Schlafzimmer und schaut den in Tanzpose dargestellten Porzellanelefanten auf seiner ausgestreckten Hand an. Der Blick ist konzentriert, Haiders Pose erinnert an Hamlet. „Sein oder nicht sein,“ sagt er. „Das ist hier die Frage.“ Dann lächelt er, dreht sich zu dem mit dutzenden Elefanten gefüllten Regal um und fragt: „Apropos: Wo ist Hamlet?“

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GUTE AUSSICHTEN

Haider präsentiert ein kleines Schwarzweiß-Foto, das ihn als Hamlet – mit Jessica Blume als Ophelia – zeigt. „Sonst gibt es in der Wohnung nur mehr ein Foto von mir. Am Häusl. Soviel zum Thema, ich sei eitel.“ Das Hamlet-Foto befindet sich in einem roten Bilderrahmen in Elefantenform. Insgesamt beherbergt der Entertainer in seiner 147 Quadratmeter großen, lichtdurchfluteten Dachgeschosswohnung in der Wiener Innenstadt über tausend Elefanten. Die Fassade des exklusiven Domizils besteht großteils aus Glas, die Aussicht ist überwältigend. Über die Prachtbauten des imperialen Wiens kann der Blick ungestört zum Kahlenberg wandern. „Seit ich hier wohne, buche ich in Hotels immer in der obersten Etage. Ich bin kein Vis-à-vis mehr gewohnt,“ schmunzelt Haider.

NEUE PROJEKTE

In der unteren Etage dominieren klare Formen und die Farbe Weiß. Elefanten, darunter ein 1882 produziertes Exemplar mit Lederohren, gibt es auch hier. „Elefanten sind sensibel und gefährlich, das mag ich.“ Hier probt der Fernseh- und Bühnenstar Texte, entwickelt mit Kollegen Projekte. Im Sommer soll im ORF ein neues Format mit Haider als Moderator starten. „Eine Sendung mit Talk-Elementen und neuartigem Konzept, so etwas gibt es in ganz Europa noch nicht,“ verrät der Gastgeber. Nur soviel: Das Anfang des Jahres kolportierte Projekt „Eigentlich bin ich ganz anders“ ist nicht gemeint.

TV-HIT OPERNBALL

Kein Neuland, aber dennoch eine „spannende Aufgabe“ ist die Live-Übertragung des Wiener Opernballs. Haider moderiert das Fernseh- und Gesellschaftsereignis der Superlative bereits zum 16. Mal, heuer zusammen mit Barbara Rett und Mirjam Weichselbraun. „Gerade weil es nicht um weltpolitisch relevante Dinge geht, schauen dir alle genau auf den Mund, musst du immer charmant sein“, erklärt Haider. „Da ist die Fallhöhe sehr groß.“ Dass er nicht „nur“ charmant sein kann, erfuhr die Fernsehnation bei seinem „Willkommen Österreich“-Auftritt 2010, als er ungewohnt scharfe und deutliche Worte über Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in Österreich äußerte. „Ich bin provoziert worden, aber ich stehe zu meiner Meinung“, sagt er heute. „Später haben selbsternannte Moralapostel eine Staatsaffäre daraus gemacht, dass ich mit einem Mann tanze. Hauptsache, wir haben keine anderen Sorgen.“

GEHEIME TAGEBÜCHER?

Die obere Etage, mit Dachterrasse und dem „Roten Salon“, ist verspielt eingerichtet. Eine bequeme Couch, ein Fernseher, diverse Elefanten – und Requisiten als Erinnerung an Karriere-Meilensteine: Ein Plastik-Wurlitzer, das Schwert aus „The King and I“ („Gut für die Muckis“), die Mütze aus „Tourbillons“, der internationalen TV-Serie über das Leben von Coco Chanel. Detaillierte Einblicke in die Karriere geben 87 in rotes Leder gebundene und mit den Initialen „AH“ versehene Bücher im Eingangsbereich. „Meine geheimen Tagebücher“, witzelt der Hausherr. In Wahrheit enthalten die 87 Bücher ausschließlich Kritiken über Haiders Auftritte, vom Februar 1976 bis heute. „Meine Mutter sammelt sie“, erklärt der vielbeschäftigte Sohn. Sein früh verstorbener Vater ist im Schlafzimmer präsent, neben dem Bett hängen Bilder, die er gemalt hat. Haider: „Von ihm habe ich meine künstlerische Ader. Es gibt mir Kraft, seine Bilder hier zu haben.“

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