0%
 
Das österreichische Fernsehmagazin

Komm rein, mal den Tisch an!

  168
© GEPA

Michael Urban ist Model, Maler, Magister der Philosophie – und
Jury-Mitglied bei „Austria’s next Topmodel – Boys & Girls“ auf PULS 4. tele hat ihn und seine Familie
in seiner ehemaligen „Junggesellenbude“ besucht.

Michael Urban öffnet die Wohnungstüre und schaut mich mit großen Augen überrascht an: „Ist der tele-Termin nicht morgen?“ Nein. „Sch..., das hab’ ich verschwitzt. Wurscht, komm rein.“ Die 120 m² große Wohnung im 18. Wiener Bezirk war früher seine „Junggesellenbude“, jetzt ist sie Atelier und Freiraum für die ganze Familie. Gattin Regina Kail-Urban, Model, Bloggerin und vormals ATV Wetterfee, hat ebenfalls nichts gegen eine etwas überraschende Homestory einzuwenden. Das ist alles andere als selbstverständlich. „Models brauchen eine starke Adaptionsfähigkeit“, sagt Michael Urban später, und die Gastgeber haben diese Gabe nach Jahren in der Branche verinnerlicht.

Jazz & Kunst
„Setzt dich. Mal die Bank an. Mal den Tisch an oder ritz etwas ein, wenn du Lust hast“, sagt der PULS 4-Publikumsliebling. Tatsächlich haben sich bereits einige in der schönen Holztischplatte und auf dem weißen Ledersofa verewigt. Das passt zur äußerst entspannten Atmosphäre. Tochter Nana-Livy, 2, malt. Die neunjährige Lavinia, Urbans Tochter aus einer anderen Beziehung, spielt mit einer Freundin Schule. Design-Objekte, große Spiegel, vom Gastgeber teils mit knalligen Farben bemalte Wände, an denen einige von ihm gemalte Bilder hängen, das alles erzeugt ein sehr individuelles Wohngefühl. Dazu gibt es Vollkorn-Kekse und chilligen Jazz. „Ich liebe Jazz, habe etwas Gemütliches von Cannonball Adderley aufgelegt, weil ich niemanden quälen will.“ Regina Kail-Urban schmunzelt: „Niemand teilt den Musikgeschmack mit ihm.“ „Das stimmt. Und ist mir wurscht.“

Jesus & Rapid Wien
Der CD Player steht auf einer Luther-Bibel, diese auf einem Designer-Stuhl. „Ja, ich bin gläubig“, sagt Urban. Seine Philosophie-Diplomarbeit schrieb er zum Thema „Jesus im Film: eine diskurstheoretische Analyse zum Erlösermythos“. Warum wohl manche glauben, Models hätten nicht viel im Kopf? „Wenn jemand viele Talente hat, ist das einigen unheimlich. Dann wollen sie etwas Negatives finden. Gescheite und Blöde gibt es in jeder Profession und auf allen Ebenen der Gesellschaft.“ Apropos Talente: Der 1,89 Meter große Model-Moderator schaut nicht nur sportlich aus. Er spielte als „harter Innenverteidiger“ lange im Nachwuchs von Rapid Wien, hörte mit fast 17 auf, „weil der Trainer wollte, dass ich mir die langen Haare abschneide.“ Ob er es zu den Profis hätte schaffen können? „Keine Ahnung. Das ist Vergangenheit.“ Wer es bei der siebenten Staffel von „Austria‘s next Topmodel – Boys & Girls“ aufs Siegerpodest schaffen wird?

 

Schönheit
„Da stehen uns noch schwierige Entscheidungen und viel Spannung bevor. Wir haben einige Girls und Boys mit ganz viel Potenzial.“ Nicht alle davon seien übrigens „wahnsinnig schön auf den ersten Blick. Auch manche Top-Models sind unscheinbar, wenn du ihnen auf der Straße begegnest. Aber beim Shooting verwandeln sie sich. Das ist, als würde man einen Schalter umlegen – Baff, wunderbar! Das können auch einige unserer Kandidaten.“ Wie ist es für ihn, als Juror hoffnungsvolle junge Menschen beurteilen und fallweise enttäuschen zu müssen? „Das ist mir gar nicht so unangenehm, sie wissen ja, worauf sie sich einlassen. Und wir sind sehr fürsorglich, nicht auf plumpe Show bedacht.“ Authentizität und die Gabe, auf Bildern Emotionen zu zeigen, seien mitentscheidend, um Erfolg zu haben. Worauf es im Model-Business sonst noch ankommt, verraten Regina und Michael Urban unter dem Label „urbanmodelretreat“ in zweitägigen Seminaren. „Wir erarbeiten gemeinsam Stärken, geben konstruktiven Support und zeigen, wie der jeweilige Weg gelingen kann. Ein Seminar für alle, die von einer Model-Karriere träumen. Das hätten wir am Anfang unserer Karriere gebraucht, dann hätten wir uns einigen Ärger erspart“, erklärt die Gastgeberin.

Kunst
Michael Urbans Emotionen sind auch auf seinen Bildern zu sehen. „Was ich male kommt heraus, weil es in mir schlummert.“ Er hat schon als Teenager viel gemalt, aber als sich die Ratschläge häuften, er solle auf die Angewandte gehen, habe er „aus Boykott“ eine längere Pause eingelegt. Seit einigen Jahren malt er wieder, aus therapeutischen Gründen und um Ruhe zu finden. Seinen Stil beschreibt er als kritisch-politisch-naiven Straßenstil. Die erste Ausstellung im Mai war ein Erfolg, weitere sind geplant. Auf einem seiner Bilder steht groß der Name Sean Penn. „Regina hatte eine Affäre mit ihm“, sagt er todernst – um wenig später schallend zu lachen. „Das war natürlich Spaß. Aber: er ist sehr eifersüchtig“, meint Regina mit einem Augenzwinkern. Dann ruft sie Nana-Livy: „Let’s do a shooting!“ Die Zweijährige wird zweisprachig erzogen, verdankt den zweiten Teil ihres Namens einem Irland-Urlaub der Eltern. „Der Fluss Liffey hieß ursprünglich „die Wilde“. Wir haben uns gedacht, wenn wir ein Kind bekommen, wird das sicher wild“, erklärt die Mama. Papa Michael nennt die Kleine zärtlich „Lundi“. „Ich hab’ immer Spezial-Namen für sie, die sich schnell ändern.“ Dann geht es zum Shooting und zum Dreh des kurzen Films. Michael Urban schreibt dafür mit weißem Stift eine Botschaft für alle tele-Leser auf seinen Wohnzimmertisch.

10.61.5.114